Donnerstag, 20. September 2018

Gelesene Bücher rundum Elternschaft und Kindererziehung

Hallo ihr Lieben!

Diese Sammlung an Bücherempfehlungen habe ich schon in der Schwangerschaft angefangen, aber ich kam nicht mehr zum Bloggen, weil mir die Zeit und Beweglichkeit zum Fotografieren fehlte. Eigentlich sehr gut, da ich dann noch das letzte Buch ergänzen konnte, dass ich nach der Geburt erst gelesen habe.
Bei manchen habe ich eine sehr genaue Buchvorstellung von Heike verlinkt, falls ihr noch mehr dazu erfahren wollt. Ich halte mich hier nur kurz.


Hier also meine Empfehlungen an alle werdenden oder frisch gebackenen Eltern!


Nurture by Nature
Das aller erste Buch zum Thema Kindererziehung zog bereits 2016 in mein Bücherregal ein. Ich habe es damals im Zuge meiner MBTI-Nachforschungen gekauf, auf Empfehlung der lieben Materialfehler. Ja es ist auf englisch, aber mit einer leicht verständlichen Wortwahl und es hat mir noch sehr viele Aha-Momente gebrachte. Darin wird natürlich in den jeweiligen MBTI-Typen eingeteilt und erklärt wie man diese Typen in seinen Kindern erkennt, wie sie die Welt wahrnehmen, mit vielen Beispielen. Es ist jedoch nicht nur interessant für Menschen die Kinder wollen oder haben. Man kann das darin enthaltene Wissen problemlos auf Erwachsene übertragen und wir hatten großen Spaß darin zu stöbern. Oft las ich ganze Absätze meinen Mann vor und er meinte immer aufgeregt "ja genauso war das damals bei mir und niemand verstand mich!". Als ISTP mit zwei ISTJ Eltern hatte er es nicht leicht, da seine strukturierten Regel-Eltern kein Verständnis für seine Andersartigkeit hatten. Ein Unterschiedsproblem, dass auch wir anfangs in unserer Beziehung hatten, da ich ja auch strukturierter ISFJ bin :D Aber dank MBTI habe ich ein viel größeres Verständnis erreichen können.
Ich finde es sehr wichtig den jeweiligen Charakter der Menschen, egal ob Kind oder Erwachsen, zu respektieren und nicht als "falsch" abzustempeln, nur weil er anders ist.
Das Buch geht nicht in die Funktionstiefe, was mir sonst immer lieber ist (also kein Unterschied zu intro-Feeler und extro-Feeler usw), sondern bleibt "oberflächlich", was für MBTI-Neulinge, die schlicht und einfach ihre Kinder verstehen wollen ohne das komplexe System studieren zu müssen, aber sicher auch besser ist.
Es wird pro Typ die Wahrnehmung erklärt, Kindheit dargestellt und auch eine kleine Vorschau welcher Jungerwachsener daraus erwächst. Das ist für Eltern schon sehr süß zu lesen.


Hier ein kleiner Einblick in das Englisch, falls ihr unsicher seid.


Artgerecht
Das erste Buch das mir Heike empfohlen hat und ich sehr begeistert gelesen habe im 1. Trimester. Hat mich in vielen intuitiven Gedanken bestärkt und Argumente geliefert, die ich skeptischen Menschen entgegen halten kann. Es geht ganz simpel darum, was Babys benötigen und evolutionär früher immer bekamen. In den letzten Jahrzehnten waren die Bedürfnisse der Babys weit hinter denen der Mütter. Das Kind musste sich einfach anpassen und zusehen wie es klar kommt, während man es den Müttern einfach machen wollte. Dabei ist das wirklich sehr traurig gedacht. Ein Kind kommt hilflos zur Welt, alles ist so anders und macht Angst, es will nichts weiter als Schutz, Nahrung und Liebe. Von so einem Wesen zu verlangen, es soll sich rasch wie ein kleiner Erwachsener verhalten und "brav" sein ist sehr uneinfühlsam. Zum Glück sind wir in einer großen Umdenkgeneration. Herausfordernd ist hier nur die ältere Generation mit all den "guten Ratschlägen" zu ignorieren.


Geborgen wachsen
Ein Buch das ein bisschen mehr in die psychologische Tiefe geht, ist das zweite das mir Heike empfohlen hat. Ich finde es eine gute Ergänzung zum oben genannten. Es erklärt welche Auswirkungen es für die Eltern-Kind-Bindungen hat, wenn man die Bedürfnisse eines Kindes nicht erfüllt oder ignoriert und so das Urvertrauen zerstört. Und auch welche spätere (Beziehungs)Bindungsprobleme daraus entstehen können. Ich konnte da noch viel von meiner Kindheit mit anderen Augen sehen und mir einiges erklären


Oje, ich wachse
Ich bin gerne vorbereitet auf Situationen und informiere mich über mögliche Auswirkungen und Folgen um dann entspannt reagieren zu können. Da musste ich natürlich einen dicken Wälzer zum Thema Entwicklungsschübe besorgen. Eine kurze Frage an Heike, die es gerade auch las, gab mir das vorsichtige OK zum Kauf und bin auch hier zufrieden. Wie Heike warne ich vor den sehr negativen Elternzitaten, die ohne jegliche Ratschläge oder Tipps zur Besserung abgedruckt wurden und echt abschreckend sind. Aber ignoriert man diese und konzentriert sich nur auf das Wissenswerte, ist das Buch sehr informativ!
Wir haben bisher immer das relevante Kapitel gelesen bzw. auch die App genutzt und völlig ohne Vergleichwahn und Stress einfach nur die Zwillinge beobachtet. Jedes Kind entwickelt sich anders und zwanghaftes "aber laut Buch sollte es schon das und das können" ist die falsche Einstellung. Ich bin einfach gerne mental vorbereitet und wollte darauf nicht verzichten.


Essen kommen
Dieses Buch blickt schon weiter in die Zukunft, aber da ich dachte in den nächsten Monaten nicht zum Lesen zu kommen und mir das Thema schon Kopfzerbrechen bereitete, habe ich es gleich jetzt gekauft. Wie Stammleser wissen bin ich keine intuitive Esserin und konnte nur dank Fettlogik überwinden und kcal-zählen endlich mein Wohlfühlgewicht erreichen. Ich war immer mollig, schon als Jugendliche, und mein Mann ist auch übergewichtig, jedoch erst seit Anfang 20. Die Sorge, dass unsere Zwillinge also hier zu viel von uns erben und ebenfalls mit dem Gewicht kämpfen, war oder ist groß.
Eine harmonische Tischkultur ohne Zwänge und Streit sind da ein wichtiger Aspekt, aber wie bekommt man diese, wenn das 2-jährige Kind lieber spielen will? Oder der 13-jährige Sohn sich lieber in seinem Zimmer einsperrt? Jesper Juuls bietet hier viele Ansätze und Gedanken dazu. Wie immer geht es um Einfühlungsvermögen, Akzeptanz und offene Gespräche.


Das gewünscheste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn
Der Titel schreckte mich anfangs eher ab, aber nachdem ich mehrere Empfehlungen dazu erhalten habe, von sehr zuverlässlichen Quellen, hab ich es doch gekauft - und ZUM GLÜCK! Es erklärt die kindliche Gehirnentwicklung, wieso es zur "Trotzphase" kommt und wie wir damit bedürfnisorientiert umgehen können. Genau mein Ding! Wissenschaftliche Fakten, medizinische Erklärung und gleich einfühlsame Lösungsvorschläge wie man mit Situationen umgeht, damit Kind und Eltern glücklich sind. Uneingeschrenkte Leseempfehlung für alle jungen Eltern. Ich bin sehr froh all das schon zu wissen, bevor es bei den Mädels los geht.

Welche Bücher habt ihr gelesen?
Könnt ihr noch weitere empfehlen?

Kommentare:

  1. Mmh, wenn ich ehrlich sein darf, mich erschreckt das, das in der kleinen Runde der Bloggerinnen, bei denen ich mitlese, gerade überall dieselben Bücher propagiert werden. Und häufig leicht kritische Anmerkungen massiv abgeschmettert werden. Man gerät da in eine Blase von Menschen, die sich in bestimmten Gedanken bestärken und andere nicht mehr zulassen.
    Ich denke, dass vieles in der Vergangenheit nicht optimal für die Kleinsten gehandhabt wurde. Aber nun wird an vielen Stellen das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und es werden die einfachsten Alltagssituationen uminterpretiert. Dafür fehlt mir teilweise komplett das Verständnis.
    Letztendlich handelt natürlich jeder nach seinem Menschenbild. Ich komme aus einer pädagogischen Richtung, die uns nicht als höherentwickelte Tiere betrachtet.
    Eigentlich wäre eine Rückbesinnung auf die eigene Intuition, gekoppelt mit einem guten Kontakt zur Umwelt, die einem ja auch einiges spiegelt, aus meiner Sicht das beste, was man tun kann.
    Ich mache, als langjährig tätige Pädagogin in einem alternativpädagogischen Umfeld keine guten Erfahrungen mit den bedürfnisorientiert "begleiteten" Kindern. Teile dieses Ansatzen sind aus meiner Sicht berechtigt, aber vieles wird sehr einseitig gesehen und die Frage ist, ob es den Kindern und einer altersgemäßen Entwicklung immer gut tut, was da so propagiert wird.
    Nichts für ungut!
    die Mitleserin

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    1. Hallo liebe Mitleserin!
      Du darfst gerne kritische Kommentare hier lassen :) Ich würde aber gerne wissen, was dir an den bedürfnisorientierten Ansätzen nicht zusagt? Ganz spezielle Praktiken oder in gewissen Situationen?
      Oder welche Erfahrungen du mit solchen Kindern gemacht hast.
      Bin da sehr neugierig und höre mir gerne deine Gedanken an.
      Ich sehe nichts negatives darin, die Bedürfnisse des Kindes zu respektieren und versuchen diese auch zu erfüllen. Heißt für mich zB Nähe geben, wenn es diese braucht (Familienbett statt Einzelbett - oder begleitetes einschlafen und nicht weinend liegen lassen - Stichwort Schlaftraining). Oder das Kind als solches wahrnehmen und Perspektivenwechsel leben - sich in das Kind und deren Gefühle hineinversetzen. Nicht brachial "du musst da durch" oder "das musst du aber tun". zB Hand geben zur Begrüßung, sich von jedem abbusserln lassen. Oder den Teller aufessen müssen, obwohl keinen Hunger.
      Gäb noch viele Beispiele.
      Hat für mich einfach sehr viel mit Einfühlungsvermögen, Verständnis und Toleranz zu tun. In einem für das Kind sicherem Rahmen natürlich.
      Würde mich freuen wenn du mir noch deine Gedanken erklärst.
      Liebe Grüße!

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    2. Liebe Lenja,
      danke für Deine freundliche Antwort! Das mit dem Erklären ist so eine Sache... dazu bräuchte es wohl einen oder mehrere Blogs. Der Themen sind ja so viele! Ich spreche lieber.
      Vielleicht ein paar Gedankensprengsel: Kinder nehmen die Welt anders wahr als wir Erwachsene. Vieles, was ich lese sind Gedankenkonstrukte von Erwachsenen, die sich überlegen, wie etwas, das sie tun, sich auf das Kind auswirken könnte. Verbunden mit viel Angst, etwas falsch zu machen. Mich wundert es sehr, wie häufig Gewalt und Angst herbeizitiert werden, wenn man erzieht, was wiederum auch kritisch gesehen wird. Ich erlebe vielfach Projektionsverhalten von Eltern, die es nicht aushalten können, wenn ihrem Kind von einem anderen etwas abverlangt wird. Der Gedanke, schon allerkleinste Kinder nach ihrem Willen zu befragen, ist mir fremd. Das heißt für mich noch lange nicht, ein Kind zu übergehen und nachhaltig zu schädigen, wenn es seinen Willen nicht bekommt. Regelmäßige Familienmahlzeiten halte ich für sehr wichtig, gerade für nicht-intuitiv-Esser wie Dich. Deshalb muss das Kind ja nicht essen, wenn es keinen Hunger hat, wird aber sicher genug zu sich nehmen, wenn das gemeinsame Essen eingeführt ist. Häufig kann ich nur darüber den Kopf schütteln, wenn man wieder dieses bei Pädagogen sicher nicht bekannte Nazi-Buch erwähnt wird. Wer bezieht sich denn auf solcherlei Literatur? Überhaupt das Bashing so vieler Menschen, die in pädagogischen Einrichtungen arbeiten. Da geht es tatsächlich oft nicht speziell um die Bedürfnislage Einzelner. Hier bewegt sich das Kind in der Gruppe, sowas kann nicht so geführt werden wie zuhause.
      Jetzt hab ich nur wenige Themen angeschlagen, es ist zuviel, alles umfassend zu erörtern.
      Wer mir sehr positiv auffällt ist die Dame von der Wertschätzungszone, auf dem Blog von Mini and me. Sehr differnziert und am Boden geblieben (und ja, in einigen Punkten bin ich anderer Meinung, aber das ist ja normal).
      Ich denke, allgemein ist Direktkontakt wirklich viel wert, im Internet sucht man sich schnell mal die Ecken, die einen selbst bestätigen. Ich würde bei Schwierigkeiten eher helfende Einrichtungen kontaktieren als das Internet zu befragen. Da sitzen erfahrene und ausgebildete Leute. Ich gerate auch immer wieder in die Situation Eltern mitteilen zu müssen, dass es mit ihrem Kind schwierig ist und wir nicht weiterhelfen können. Sich da der Realität zu verweigern und mich/uns als Einrichtung zu beschimpfen führt leider zu keiner guten Lösung für das betroffene Kind. Wenn ich manchmal lese, wie in Foren das Verhalten der eigenen Kinder schöngeredet und über pädagogisches Personal geurteilt wird, wird mir ganz anders.
      Also, ich weiß, das sind jetzt nur ein paar Dinge, die mir immer wieder auffallen. Ich bin auch keine so ausgiebige Schreiberin, weswegen ich mich nur selten irgendwo zu Wort melde.
      Lieber Gruß und gutes Gelingen bei Deiner Aufgabe, die Du ja so freudig tust!
      die Mitleserin

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  2. Liebe Lenja!
    Ich hab dir damals auf IG geschrieben wegen der Bauchmuskelübungen. Tut mir leid, dass das mit der Antwort jetzt sooo ewig gedauert hat, es ist gerade ziemlich viel los und viel zu tun. Ich hab nachgefragt wegen der Sit Ups bzw dem Beckenboden und folgende Antworten bekommen:
    Auf gar keinen Fall gerade Sit Ups, frühestens, wenn die Rectus Diastase komplett geschlossen ist.
    Schräge Bauchmuskeln kann man ohne Probleme trainieren, man muss nur darauf achten, wirklich die anzusprechen und nicht aus Versehen die geraden.
    Der Beckenboden ist auch nach Bettruhe beansprucht, gerade dabei wird er eher geschwächt, da er im Liegen nicht arbeiten muss (Muskeln sind leider recht rasch im Abbauen). Und auch durch die Zwillingsschwangerschaft, die ja nicht gerade eine kleine räumliche Ausdehnung ist ;), drückt der Bauch auf den BB.
    Conclusio: Gerade Sit Ups nein, schräge Bauchmuskeln verwenden ja, auf den Beckenboden aufpassen :)
    Als eine mögliche Übung für die schrägen BM wurde mit folgende Übung erklärt: Aufrecht sitzen, dann leicht nach hinten lehnen mit geradem rücken und den Oberkörper in der leicht zurückgelehnten Position nach rechts und links roterien (also die Arme rechts und links neben den Hintern bringen), dabei den BB anspannen.
    Ich hoff, die Antwort ist hilfreich :)
    Liebe Grüße, Paula

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    1. Hallo liebe Paula!
      Danke für die Antwort! Ich werde mir den Rat zu Herzen nehmen und auf Übungen für die geraden Muskeln verzichten. Da muss ich mal meinen Trainingsplan durchgehen und gucken welche das betrifft hihi Aber komme momentan eh nicht dazu.

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