Donnerstag, 6. Juli 2017

3 Jahre + 3 Versuche = 0 Erfolg

Hallo ihr Lieben!

Heute muss ich euch mein Herz ausschütten und einen bisher heimlichen Kummer durch Zuhörer/Leser entlasten, da mir das permanente Verschweigen nicht gut tut. Ich bin ein mitteilsamer Mensch, klassisch für ISFJ bzw. Fe, und meine Gefühle, Sorgen und Gedanken dauernd für mich zu behalten, ist wie ein selbstgezimmertes Gefängnis.

3 Jahre
Aufmerksame Leser werden vielleicht schon so etwas vermutet oder darauf gewartet haben, dass die nächste Bloggerin eine freudige Kunde hat. Doch leider kann ich nichts positives berichten. JA wir haben einen Kinderwunsch. Doch bisher unerfüllt.
Wie der Blogtitel schon sagt, probieren wir seit etwas mehr als 3 Jahren schwanger zu werden. Das erste halbe Jahr ohne viel darüber nachzudenken. 'Meine Familie ist hochgradig fortpflanzungsfreudig, dass wird sicher sofort einschlagen.' dachte ich naiv und optimistisch, mit großer Familie und Kinderanzahl rundherum. Als dieses laufen-lassen nicht klappte hab ich mittels Temperatur-messen und NFP jeden Zyklus den Eisprung ermittelt. Auch kein Erfolg. 2 Jahre lang Eisprungxxx für nichts. Ich brauchte ziemlich lange bis ich die mehrmaligen Vorschläge meiner Gyn zustimmte, eine Kinderwunschklinik aufzusuchen. Kam mir irgendwie übertrieben verzweifelt vor - aber nach 2,5 Jahren sah ich anders kein Licht mehr am Ende des Tunnels.

3 Versuche
Nun sind wir seit Anfang des Jahres in einer Kinderwunschklinik zur Behandlung. Nach einigen Tests war klar, dass ich das Problem bin. Mein Mann hat trotz starkem Übergewicht (damals, seit Anfang des Jahres hat er 20kg abgenommen! Fehlt noch einiges zum Normalgewicht, aber dennoch genialer Erfolg!) gute Schwimmer. Genauen Grund bei mir können wir zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Ich schlug die Eileiter-Untersuchung aus, da ich keine Lust/Zeit für 1 Woche Krankenstand und Vollnarkose hatte und wir sowieso um eine IVF nicht drum herum kämen, da es auf herkömmliche Art nicht klappte. Möglich also, dass meine Eileitern verklebt sind, wissen wir aber nicht sicher. Nach kurzer Kostenabwägung und Besprechung starteten wir den ersten IVF-Zyklus, wo ich mittels Hormonspritzen mehrere Eier heranreifen lies, die entnommen und im Labor mit den Samen meines Mannes befruchtet wurden. Lief alles ungewöhnlich problemlos. Ich merkte die Behandlung gar nicht und hatte keine Nebenwirkungen der Hormone oder Medikamente. Auch das tägliche Spritzen war total easy und erledigte ich selbst an mir. Von den 9 entnommenen Eizellen wurden 6 erfolgreich befruchtet und haben sich prima entwickelt.
Im 1. Zyklus waren wir mega naiv und hoffnungsvoll - und setzten auch nur 1 Embryo ein. Wir wollten möglichst viele positive Gefühle in meinen Unterleib schicken und sprachen scherzhaft und liebevoll mit dem kleinen Embryo und hatten viel Freude in der Pre-Elternrolle. Eine herrliche Zeit war das... Schlecht informiert dachten wir am Ende des Zyklus, dass es geklappt hat, weil die Regelblutung ausblieb!! Doch was wir nicht bedachten ist, dass durch die Medikamente, die helfen die Schleimhaut zu unterstützen, natürlich auch keine Blutung startet, sollte es nicht einnisten. Die Erkenntnis und der negative Schwangerschaftstest war dann wie eine ungebremste Fahrt gegen eine Wand. Einfach nur furchtbar...
Im 2. Zyklus (Kryo mit den eingefrorenen Embryos) waren wir gebrandmarkt, setzten auch gleich 2 Embryos ein um die Erfolgschancen zu erhöhen und zogen uns gedanklich eher zurück. Verwandte und Freunde, die im 1. Zyklus über alles informiert waren, wurden vorab freundlich ausgeschlossen. Leider wollte wieder niemand einziehen und so hielt ich pünktlich an meinem Geburtstag einen negativen Schwangerschaftstest in der Hand (Instagram-Follower haben meinen eher deprimierten Geb-Eintrag vllt noch im Gedächtnis? DAS war dieser persönliche Rückschlag). War mir eh schon vorher klar, dass es nichts wird, wenn es so blöd zusammen fällt. Soviel Glück hab ich nicht...
Beim 3. Zyklusversuch (wieder Kryo) mit 2 Embryos ergänzten wir zum normalen Ablauf noch eine spezielle Gebärmutterspülung, welche das Einnisten fördern soll. Eigentlich ein Krebsmedikament, welches das eventuell zu aggressive Immunsystem hemmen soll. Ein Embryo ist und bleibt ja ein Fremdkörper, den auch ein gesunder Körper erst mal bekämpft. Ist irgendwie logisch, dass ich mit Psoriasis (was ja eine Autoimmunerkrankung ist), hier vllt eine hyperaktive Reaktion haben. Doch auch leider das half nichts. Obwohl das Endergebnis erst noch nicht klar war. Der erste Schwangerschaftstest zeigte eine hauchdünne, fast nicht sehbare 2. Linie - aber sie war da! Mein Mann sah sie auch. Wir erlaubten uns einen Tag lang die Hoffnung und Freude, dass es geklappt hat. Aber ich wollte eine stärkere Linie und Gewissheit. Also 3 Tage darauf täglich getestet - alle blütenrein negativ. Hach... zum Glück war es Wochenende und ich konnte deprimiert und weinend rumliegen und mich etwas in Selbstmitleid suhlen, bevor ich wieder gefestigt arbeiten gehen musste. Kurzfristige Kontrolle am Montag in der Klinik bestätigte unsere Befürchtung. Nicht schwanger. Vllt war ich es kurz und es hörte auf sich weiter zu entwickeln, weshalb da noch ein bisschen Rest-HCG am Test war, aber kann man nicht nachvollziehen.

0 Erfolg
Nun stehen wir wieder am Anfang, sehr viel skeptischer, deprimierter und verletzter als vor einem halben Jahr. Bevor wir den nächsten Versuch starten riet uns der Gyn zu einer Untersuchung meiner Gebärmutter. Ob da irgendwelche Wucherungen oder sonstige Probleme vorliegen. Wenn hier alles ok ist, werden wir einen neuen Erstversuch starten, Eier heranreifen, mittels Punktion entnehmen und dann 2 einsetzen. 1 Embryo ist noch eingefroren, aber wir möchten wieder 2 einsetzen, also muss was frisches dazu.

Warum ich das so öffentlich erzähle?!
Einerseits weil ich meinen Stammlesern einfach erzählen will was in mir vorgeht. Wieso ich oft sehr schreibfaul bin oder man manchmal deprimierte Gedanken durchlesen kann. Andererseits weil es arbeitstechnisch schon egal ist. Nach dem 2. Fehlversuch musste ich es meinen Arbeitgebern sagen. Der Druck des Verheimlichen, Ausreden einfallen lassen und Lügen hat mich 2 Zyklen lang begleitet und furchtbar gestresst. War ein höherer Stressfaktor als die ganze Behandlung!! Und der Gedanke noch mehr Versuche und regelmäßige Kontrollen irgendwie erklären zu müssen, machte mich einfach nur noch fertig. Zum Glück haben sie sehr gut reagiert und mir ist eine große Last von den Schultern gefallen. Den engsten Kollegen habe ich es jetzt nach dem 3. Fehlversuch auch gesagt, da ich sie nicht belügen wollte für zukünftige Arztbesuche oder Urlaubstage für Punktion, Einsetzen usw. Das haben sie nicht verdient, dazu kennen wir uns zu lange und verstehen uns zu gut.

Selbstzweifel
Auch wenn ich sehr rational bin und logisch betrachtet weiß, dass schwanger-werden sehr viel komplexer und komplizierter ist und viele damit Probleme haben - fühl ich mich unterbewusst und unterdrückt echt wie ein Versager. Wie oben erzählt komme ich aus einer großen Familie, wo 95% alle sofort und teils mit Anfang 20 gleich schwanger wurden. Meine Tanten und Cousinen werfen die Kinder fast wie am Fließband raus und wir werden seit Jahren gedrängt wann wir denn endlich Kinder wollen! Wir sind doch schon soooo alt! Hier zur Erinnerung ich bin 32, mein Mann 36. Statistisch glaub ich ist das sogar das übliche Alter mittlerweile. Meine Familie ist aber noch altmodisch und ländlich, da kriegt man eben mit Anfang/Mitte 20 Kinder.

Soziales
Noch schwieriger macht die ganze Situation auch, dass wir natürlich nicht die einzigen mit Kinderwunsch sind in unserem Bekanntenkreis - und dass die anderen es einfach zackbumm hinkriegen. Man gönnt den Paaren das Glück und ich wünsche niemanden unerfüllten Kinderwunsch oder so nervig, lange Bastelphase wie wir sie haben (es zerrt enorm an den Kräften, der Beziehung und allem). Aber man kann sich nicht 100% von Herzen freuen, was mir extrem leid tut und ich mich deshalb noch zusätzlich selbst hasse und verfluche. Leider ist es immer wie ein kräftiger Fausthieb ins Gesicht. 'BÄMM, die ist aus versehen schwanger geworden, BÄMM die brauchte kaum 2 Versuche, BÄMM und du bist uuuuuuunfähig!'
Und dann natürlich das Mitleid, die Zurückhaltung und Sorge der ANDEREN uns gegenüber. Unfassbares Glück unterm Herzen, aber sie halten ihre Freude zurück, weil ich anwesend bin. Ist lieb und rücksichtsvoll gemeint, aber setzt mir noch weiter zu. Da tun sich plötzlich Abgründe und Hemmungen zwischen uns auf, die kaum überwindbar wirken.

Kostenfaktor
Zum Glück haben wir in Österreich einen Fond, der 80% der Kosten übernimmt, wenn man gewisse Kriterien erfüllt. Diesen Fond kann man zwar nur 4x beantragen, aber ist eine große finanzielle Hilfe. Mag mir gar nicht ausrechnen wieviel deutsche Leidensgenossinnen teils zahlen müssen, bis sie ihr kleines Wunder im Arm halten können - oder um etliche tausend Euro ärmer alleine da stehen. Kosteneffizient haben wir den Fond nur beim großen 1. Versuch angewendet, da dieser durch Stimmulation und Punktion am teuersten ist. Die Kryoversuche haben wir aus eigener Tasche bezahlt, da sie günstiger sind. Dennoch etwas heftig wenn man am Ende von 3 Versuchen zusammen rechnet was man bisher erfolglos ausgab.... Gäb noch einiges an Haus und Garten, dass wir noch machen müssen und damit bezahlt hätte werden können.

Leben in der Warteschleife
Irgendwie kommt es mir vor, als würde ich seit 3 Jahren alles hinausschieben. Der Gedanke "Kann ich momentan nicht machen oder mir vornehmen, ich werde hoffentlich bald schwanger" begleitet mich schon sooo lange. Die Zukunft ist so ungewiss, was mich Planmensch fertig macht. Soll ich Urlaub und Besuch von weit entfernten Freunden planen, oder bin ich da gerade unpässlich durch Schwangerschaft? Jetzt nochmal anders: muss ich da vllt zur Ultraschallkontrolle? Zum Glück sind wir keine großen Urlauber und sehr gerne alleine. Aber betrifft viele andere große und kleine Themen.

Ablenkung und scheiß auf später
Jahrelang hab ich auch die geplante Schwangerschaft als Ausrede verwendet, jetzt noch nicht so intensiv Muskeltraining zu betreiben. Kam mir sinnlos vor jetzt meine Bauchmuskeln zu trainieren. "Explodiere ja eh bald" kam meine idiotische Fettlogik. Aber nach dem tollen Abnehmerfolg, danke "Fettlogik überwinden", hab ich mir gedacht: "Scheiß drauf, trainier dir JETZT Muskeln und einen falchen Bauch an, nicht wie geplant nach der Schwangerschaft. Wer weiß wann die passiert!? Dann bist du im schlimmsten Fall zwar im Sommer noch immer nicht schwanger, aber hast die geilste Figur ever!" :D
Obwohl ich natürlich phasenweise zu Sportpausen gezwungen bin während der Behandlung, konzentriere ich mich jetzt mit aller Energie auf das Training. Das lenkt super ab, gibt mir wenigstens irgendwo Erfolgsmomente, und fit und stark in eine Schwangerschaft zu starten, ist besser als schwach und fett. ;)

Und jetzt?
Abwarten was die Untersuchung zeigt und hoffentlich neuen Versuch starten. Daumen drücken und Nerven behalten.
Wäre enorme Platzverschwendung wenn unser großes Haus mit riesigen Garten dann leer bliebe und wir unsere Liebe nur unseren Katzen schenken dürfen. Adoption wäre die letzte Möglichkeit die wir noch überlegen müssten, aber dass ist mir noch zu früh und bin unschlüssig ob ich dafür offen genug bin. Obwohl mein Mann selbst auch adoptiert wurde und ich es toll finde, wenn man heimat- und elternlosen Kindern so ein liebevolles Heim gibt, würde ich furchtbar gerne ein Kind unterm Herzen tragen... Diesen Wunsch kann ich so schnell nicht aufgeben. Irgendwie doof und egoistisch, aber leider momentan noch zu stark.

Wie geht es euch mit dem Thema?
Glücklich schwanger oder in der Bastelphase?
Habt ihr selbst auch Erfahrung mit IVF usw.?
Tipps wie man den Nervenkrieg gut übersteht?
Wie lange habt ihr basteln müssen bis es einschlug?
Oder habt ihr den Weg einer Adoption beschritten? Wie ging es euch damit?

Kommentare:

  1. Hallo Lenja,
    erstmal tut es mir wirklich sehr leid für dich. Ich bin zwar nicht in deiner Situation, da ich mir nicht vorstellen kann, irgendwann mal Kinder haben zu wollen (aber sag niemals nie)... Aber ich glaube das ist echt schrecklich belastend für euch beide.
    Du hast ja auch Schilddrüse, ist diese denn komplett richtig eingestellt? Durch die Schilddrüse wird der Kinderwunsch ja auch erfolgreich verhindert. Hast du dich in diese Richtung schon informiert?
    Ansonsten kann ich dir keine Tipps geben.
    Aber meine Mama hat mit 24 geheiratet und aufgehört zu verhüten. Mich hat sie erst mit 30 bekommen. Auf natürlichem Wege. Sie hatten es beide aber auch nicht eilig und haben vorher ihr Leben aufgebaut (selbstständig gemacht, Haus gebaut etc) und dann haben sie sich vergrößtert mit unserer Firma, weil es hieß, meine Mama kann nicht schwanger werden. Und dann ging es plötzlich ganz schnell ;)
    und das Alter von euch spielt heutzutage auch keine Rolle mehr! Mein Vater war 45 als er Papa wurde. Na und?
    Lasst euch einfach nicht stressen, denn ich denke, genau dieser Stress verhindert eurem Wunsch.
    Mach Termine, plane Urlaube. Mach das alles jetzt und schiebe es nicht vor dir her.
    Das Wichtigste ist, glücklich zu sein mit dem was ihr habt & das bestmögliche zu machen um glücklich zu bleiben.

    Liebe Grüße

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    1. Hallo liebe Taiija!
      Danke für deine lieben Worte! Ja die Schilddrüse war eh eines der ersten Hürden, die wir beseitigt haben und wo wir dachten, DASS sei der Knackpunkt. Hat auch fast 1 Jahr gedauert, bis sie im schwangerschaftsfähigen Bereich war. Sie ist momentan aber sehr gut eingestellt, hab nach der Medikationserhöhung erst im Mai nochmal messen lassen und war im grünen Bereich!
      Schön zu hören von deinen Eltern und wie es ihnen ging. Schwanger werden ist soviel komplexer als alle denken. Es ist nicht gängig, dass jedes Monat ein perfekt gesundes Ei heranreift, oder dass die Spermien zum richtigen Zeitpunkt hinkommen und eines davon es durch die dicke Schicht schafft. Und dann auch noch einen gemütlichen Platz finden und einnisten?... So viele Hürden.

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  2. Hallo Lenja,
    während ich deine Zeilen gelesen habe, kamen mir gleich die Tränen. Ich kann dich gut verstehen bzw. glaube es zumindest. Bei mir und meinem Mann hieß es, dass wir keine Kinder bekommen können, die Chancen für uns sehr schlecht stehen. Vielleicht klingt es verrückt, aber ich habe uns immer mit zwei Kindern gesehen. Ein Mädchen und ein Junge. Und das Universum hat es gut mit uns gemeint, denn die beiden sind heute 8 und 5 Jahre alt und gesund. Wenn es auf natürlichem Weg nicht geklappt hätte, dann hätten wir versucht, uns das Leben zu zweit so schön wie möglich zu gestalten. Alles andere stelle ich mir zu schmerzhaft vor. Lenja, ich wünsche dir und deinem Mann das Allerbeste, ganz viel Kraft und Liebe.

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    1. Hallo liebe Susanne!
      Oh es freut mich, dass es bei euch trotz all dieser negativen Prognosen noch klappte! Wir hätten ja die gleichen Träume. Ein Mädchen und ein Junge, dass wäre toll. Aber wir nehmen auch 2 gleichgeschlechtliche Geschwisterchen. Hauptsache gesund und glücklich.
      Danke für deine Wünsche!

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  3. Hallo liebe Lenja,
    das hier von dier lesen zu müssen tut mir ehrlich sehr leid für dich. Und ich wünschte wirklich, ich könnte dir irgendwie helfen.
    Ich will mal ganz vorsichtig auf das Thema eingehen und vielleicht mal aus einer vollkommen anderen Sicht als sie viele Frauen möglicherweise sonst hier haben.
    Ich selbst und mein Partner haben keinen Kinderwunsch. Bitte nicht verurteilen liebe Leute, es ist einfach so und es ist auch nicht leicht zu erklären. Wir haben unser Leben einfach auf "kinderlos" ausgelegt und finden es gut so. Umso mehr finde ich es unfair immer wieder von Paaren lesen zu müssen, die es so sehr wollen und deren Wunsch ihnen so sehr versagt bleibt. Sowas nimmt mich trotzdem sehr mit. Ich wünsche mir an diesem Punkt immer, dass ich diejenige wäre die einfach nicht schwanger werden kann und würde den Paaren oder den Frauen mit aller Freude diese möglichkeit überlassen. Mein Gyn hat bisher bei den jährlichen Untersuchungs-Checks bisher immer gesagt, dass alles in Ordnung sei, alles ganz normal ausschaut bei mir. Genau wissen kann man das aber trotzdem nie.
    Wenn es eine Möglichkeit gäbe dir zu helfen, liebe Lenja, glaub mir ich würde es sofort tun. Fühlt euch ganz fest von mir gedrückt und ich schicke euch alle Hoffnung, dass es vielleicht doch noch klappt bei euch.
    Und ich finde es super, dass du deinen Fokus nun ein bisschen in eine andere Richtung lenkst. Es ist schwierig gerade in einer solchen Situation seine Positivität beizubehalten, aber genau das ist es, das dich so sehr auszeichnet. Immer wenn ich auf deinem Blog lese, fühle ich mich so sehr erheitert weil so viel von deiner positiven Energie überspringt :)
    Genießt euer Leben auf die vielen anderen Arten und Weisen, die es zu bieten hat. Und so eine Adoption ist durchaus auch eine wundervolle Lösung, finde ich. Und wenn dein Mann selbst adoptiert wurde, dann hat er in der Hinsicht doch einen entscheidenden Vorteil durch Erfahrung, oder? :)

    Liebe Grüße und viel Glück und Hoffnung an euch!

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    1. Hallo liebe Natascha!
      Ich finde es völlig ok, wenn man keinen Kinderwunsch hat. Zum Glück hängt auch nicht mein Lebensglück von Kindersegen ab. Ich kann mir auch ein Leben ohne vorstellen und schön gestalten. Aber es wäre doch schön zu dritt oder viert...
      Es ist wahnsinnig lieb von dir mit mir tauschen zu wollen. Für diesen Wunsch drück ich dich jetzt mental gaaaaanz doll!!
      Das Blogpost nieder schreiben tat sehr gut und hat mich etwas befreit. Auch ein paar Tage Abstand zum Negativ half um die Trauer loszulassen. Zum Glück neige ich nicht zur Depressionen und bin schnell wieder auf Kurs, wenn ich meine Gefühle erst mal raus lassen kann.
      Liebe Grüße!

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    2. Es ist sehr schön zu hören dass du deinen Weg und Fokus auch schnell auf andere Dinge im Leben richten kannst. Das hab ich zwar erst mit mühen lernen müssen, aber es lebt sich viel leichter und freier von Depressionen und Frustrationen so :)
      Ich wünsche euch dennoch alles alles Gute und ein wunderbares Leben, egal wie es für euch weiter geht :)

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  4. Den guten Wünschen schließe ich mich an und schicke euch viele positive Gedanken. Danke für deine Offenheit, auch und gerade was die Fehlversuche angeht. Ich selbst habe keinen Kinderwunsch (bzw. damit abgeschlossen, weil ich keinen entsprechenden Partner habe und mich jetzt zu alt fühle), aber meine beiden engsten Freundinnen versuchen auch, mittels Insemination und nun demnächst IVF schwanger zu werden. Dieses Sehnen, was du beschreibst, erlebe ich also hautnah mit, und auch die Hoffnung und die Enttäuschung, denn bisher hat es leider auch bei ihnen nicht geklappt. Sie berichten in ihrem Blog von ihrem Versuch, eine Familie zu sein, vielleicht möchtest du dort mitlesen: https://hummelchensblog.wordpress.com/

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    1. Vielen Dank für deine Wünsche! Ein paar IVF-Blogs lese ich sogar manchmal, aber sich zu sehr mit dem Thema zu beschäftigen, macht auf Dauer ziemlich verrückt. Ich will etwas Abstand gewinnen und mich auf anderes konzentrieren.
      Deinen beiden Freundinnen drück ich fest die Daumen, dass sie nicht lange basteln müssen :)

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  5. Liebe Lenja,

    Erstmal auch von mir Danke für deine Offenheit. Als "Stammleserin" habe ich das was du schilderst schon immer mal wieder raus gelesen und mir sowas in die Richtung gedacht. Ich kann dich wirklich sehr gut verstehen! Ich selbst habe einen sehr großen Kinderwunsch, den wir aber bisher aufgrund der Umstände aufgeschoben haben. Mir ist/ war es einfach wichtig erstmal im Beruf so weit zu sein, dass man ein kind bekommen kann. Das hieß bei mir konkret Abi, langes Studium und noch Refrendariat... das hat also alles schon ziemlich lange gedauert. Und dann möchte man auch noch ein bisschen sparen, denn man möchte dem Kind ja auch ein bisschen was bieten. Ich bin jetzt endlich fertig mit allem, aber mein Mann noch nicht ;-). D.h. Wir schieben es immernoch etwas auf, aber demnächst soll es dann endlich los gehen. Da ich leider absolut pessimistisch veranlagt bin, mache ich mir aber auch Sorgen ob es dann auch so funktioniert wie man möchte (wenn man sich zu viel Sorgen macht, klappt es oft dann ja auch nicht).... ich kann also zumindest deinen Kinderwunsch gut nachvollziehen, auch wenn uns bisher äußere Umstände von abhalten... alles andere werde ich dann wohl sehen.

    Weiterhin alles alles Gute und ich drücke die Daumen!!!!

    Viele Grüße,

    Melanie

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    1. Hallo liebe Melanie!
      hihi Ja das Aufschieben kenne ich. Wir haben auch gewartet bis alles "eingerichtet war", was bei uns das Haus und Hochzeit war. Letzteres nicht so wichtig, aber fiel halt zufällig ins selbe Jahr ;)
      Ich wünsche euch viel Erfolg und alles Gute! Versuch nicht zu ängstlich zu sein. Wieso soll es denn nicht klappen? Gibt es Anzeichen für Hormonprobleme? Unregelmäßiger Zyklus oder so?

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  6. O Mann, das tut mir sehr leid für euch. Aber gebt die Hoffnung nicht auf, vielleicht "soll" es einfach noch nicht sein? Manches im Leben lässt sich einfach schlecht planen, auch wenn man's gerne täte. Ich habe tatsächlich in keinster Weise etwas von diesem Thema in deinem Leben geahnt, vielleicht, weil ich selber nie wirklich einen Kinderwunsch hatte. Anscheinend strahle ich das auch ziemlich aus, so dass selbst enge Freundinnen nicht unbedingt mit mir über dieses Thema sprachen. So war ich zuweilen richtig überrascht, wenn eine schwanger wurde und ich gar nicht mitbekommen hatte, dass da ein Kinderwunsch vorhanden gewesen war. Mach Dich aber doch bitte, bitte nicht selbst fertig - dieses Thema liegt einfach nicht allein in Menschenhand. Und "Schuld" gibt es in diesem Zusammenhang auch nicht. Ich bin sicher, dass es euch gut täte, wenn möglich, von diesem intensiven Wünschen und Bangen Abstand zu nehmen, es beeinträchtigt Dich bestimmt bis ins Körperliche hinein. Und für die dummen, schmerzenden Nachfragen überlegt euch doch eine passende "Standardantwort", die das Thema von euch fernhält.
    Ich wünsche Dir von Herzen, dass DEIN Herzenswunsch in Erfüllung geht!
    die Mitleserin

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    1. Hallo liebe Mitleserin!
      Danke für deine Worte. Natürlich weiß ich, dass Schuldzuweisungen bescheuert sind und es so kommt wie es kommen muss, zum richtigen Zeitpunkt usw. Aber im Moment des "Versagens" kann man nicht anders, als so zu denken. Zum Glück hält das kurze heftige Tief nie lange an.

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  7. Hallo,
    ich lese dich schon sehr lange und kenne dieses Problem aus der Familie nur zu gut. Es wurde auch alles probiert und in dem Moment, in dem sie sich damit abgefunden hatten, keine Kinder zu bekommen, hat das funktioniert.
    Allerdings war das eine kritische Schwangerschaft und bei der Geburt kam dann raus, dass die Mutter einen unbemerkten angeborenen Herzfehler hat. Da meinten dann die Ärzte dass ihr Körper das Baby immer abgestoßen hat, weil er "wusste", dass er eine Geburt eventuell nicht packt. Meine Frauenärztin hat bei mir auch schon sowas angedeutet, weil ich nur eine Niere habe..

    Ich wünsche euch von Herzen, dass es klappt und ihr die Nerven behaltet! Vergleicht euch nicht mit anderen, sondern versucht das zu schätzen, was ihr euch bisher zusammen aufgebaut habt.
    Viele Grüße,
    Deine Leserin

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    1. Hallo liebe Leserin!
      Ui wow, dass ist ja auch eine heftige Geschichte! Zum Glück ging alles gut und Mutter und Kind geht es gut. Da versteht man dann schon, wieso der Körper keine Schwangerschaft zulässt.
      Danke für deine Wünsche!

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  8. Liebe lenja,
    Ich kann deinen wunsch sehr gut nachvollziehen. Uns ging es ähnlich. Nach vielen hindernissen, hochs und tiefs und haben wir einen großen (icsi) und einen kleinen sohn (auf natürlichem weg).
    Versucht mal euch mit anderen, die dieselben schwierigkeiten haben auszutauschen. Sowas kann gut tun. Erst recht, wenn man von leuten umgeben ist, bei denen es einfach so klappt.
    Auch kann es hilfreich sein, sich schon mal über adoption zu informieren. Mir hat es damals geholfen sozusagen über alles informiert zu sein.
    Stress dich vor allem nicht damit bei einem behandlungszyklus “krampfhaft“ entspannt zu sein. In dieser situation ist jeder angespannter. So schlimm ist das auch nicht.

    Auf jeden fall wünsche ich euch alles gute und bald positive nachrichten, egal um was es im einzelnen geht...

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    1. Hallo :)
      Freut mich, dass es bei euch geklappt hat, und sogar einmal auf natürlichem Weg. Dass liest man ja sehr oft online oder hört von Bekannten.
      Dass mit dem Austausch mit Leidensgenossinnen ist ein guter Ratschlag und hab beim 2. Versuch Gesprächspartner in einer FB-Gruppe gesucht. Aber irgendwie ist das doch nichts für mich. Zu viel Gejammer oder zu übertriebenes Gruppen-Daumen-drücken. Ich glaub ich weiß zu gut, dass ich nicht ein einsamer Versager bin, sondern dass es nicht ungewöhnlich ist und brauch daher nicht die Bestätigung von anderen Leidensgenossinnen. Ist natürlich individuell und bei jedem anders.
      Ja der Ratschlag "stress dich nicht so" ist wohl einer der unbrauchbarsten überhaupt. :D
      Lieben Dank für deine Wünsche und Ratschläge :) Ich halte euch auf den Laufenden in Zukunft. So bei den gröbsten Sachen zumindest ;)

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  9. Liebe Lenja,
    vielen Dank für deine offenen Worte! Auch in meinem Umfeld werden momentan alle – scheinbar mühelos – nach kurzer Zeit schwanger oder tragen stolz ihre Babybäuche umher. Ich selbst versuche zwar erst seit über einem halben Jahr ohne Erfolge schwanger zu werden (ich bin Anfang 30, mit Hilfe von Ovulationstests und nun auch Mönchspfeffer wege verlängerten Zyklen), finde es aber trotzdem schon sehr frustrierend. Ich habe ebenfalls ganz blauäugig geglaubt, dass es auf Anhieb klappt. Hätte ich vorher gewusst, dass es nicht so ist, hätte ich vermutlich schon früher angefangen ohne abzuwarten bis "der richtige Zeitpunkt" (lange genug im neuen Job, passendes Einkommen, bedenkliche Medikamente absetzen usw.) gekommen ist. In den ersten drei Zyklen habe ich auf alles verzichtet, was für eine Schwangerschaft nicht förderlich ist und mich sehr eingeschränkt. Ich habe in diesem Jahr sogar meinen Urlaub nach einer eventuell eintretenden Schwangerschaft geplant. Aktuell steht die Schwangerschaft auf meiner Prioritätenliste nichtmehr ganz oben. Entweder es klappt oder auch nicht. Ich mache mich nichtmehr verrückt. Stattdessen mache ich jetzt Sport, um an meinem Körper zu arbeiten und versuche leider immernoch mein schlechtes Hautbild in den Griff zu bekommen, das sich nach Absetzen der Pille eingestellt hat. Ich wünsche dir und deinem Mann für zukünftige Versuche viel Glück & Erfolg, werde aber auch mit großer Freunde deine sportlichen Erfolge verfolgen! ;)
    Viele Grüße!

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    1. Hallo!
      Hach ja ich kann deine Frustation sooo gut verstehen! Und leider gewöhnt man sich nicht daran. Ich drück fest die Daumen, dass es für euch bald klappt! Mönchspfeffer hat ja schon sehr vielen geholfen (hab den außerdem auch mal ausprobiert, weil ich so einen ewigen Zyklus hatte, aber da half nichts pflanzliches leider).
      Ich finde du machst das gerade sehr richtig und eh auch ähnlich wie ich. Ein fitter und starker Körper wird eine Schwangerschaft auch leichter wegstecken. Schon vorher an einer guten Beckenbodenmuskulatur zu arbeiten, ist sehr sinnvoll finde ich.
      Hab Geduld mit der Haut. Ich hatte diese Verschlechterung auch, seeeehr lange. Sah wieder aus wie als Teenie und dass aber mit Ende 20. Bäh! Aber es wird besser, es dauert nur oft länger als man denkt. Die Haut wird dafür hinterher echt schön und problemlos, finde ich :)
      Wünsche dir alles Gute und Viel Erfolg, sowohl sportlich als auch zwecks Kinderwunsch ;)

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  10. Hallo Lenja,

    ich lese hier schon lange leise mit und mag deinen Blog sehr.
    Wir befinden uns in einer ähnlichen Situation, ich bin auch 30 und wir probieren es seit fast zwei Jahren. Seit April sind wir auch in einer Kinderwunschklinik. Wir sind noch ganz am Anfang und versuchen es erst mal mit Insemination. In meinem Freundeskreis werden alle ohne größere Probleme schwanger, teilweise schon zum zweiten Mal. Mir geht es wie dir, ich freue mich für jeden, bin aber gleichzeitig unheimlich traurig darüber, das es übeall klappt nur bei uns nicht. Wir haben jetzt ewig unsere Urlaubsplannung im August vor uns her geschoben, weil ich die ganze Zeit gehofft habe, bis dahin endlich schwanger zu sein. Unser erster Versuch sollte im Juni sein, daraus wurde leider nichts und auch jetzt im Juli konnten wir nicht anfangen. Jetzt überlegen wir einfach im August zu pausieren und in Urlaub zu fliegen. An vielen Tagen im Monat schaffe ich es irgendwie positiv zu denken und nach vorne zu schauen, aber das gelingt mir nicht immer, gerade jetzt, wo zum zweiten Mal quassi der erste Versuch geplatzt ist geht es mir schlecht und ich frage mich, wie ich mit all dem umgehen soll. Ständig die doofe Frage, wann wir ein Kind bekommen. Ich werde nicht jedem auf die Nase binden, dass wir es schon längst vesuchen und es nicht klappt, bei uns wissen nur meine Eltern, zwei Kolleginnen und unsere besten Freunde Bescheid.
    Ich wünsche euch von Herzen alles Gute und wünsche euch, dass sich euer sehnlichster Wunsch bald erfüllt!
    Alles Gute!

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    1. Hallo liebe Funny!
      Ach tut mir leid zu hören, dass ihr es auch schon so lange versucht. Wir wollten anfangs auch nur eine Insemination, aber beim Vergleichen zwischen Kosten und Erfolgschancen, haben wir uns dann doch für eine IVF entschieden.
      Eine gute Überlegung jetzt einfach mal auf Urlaub zu fahren. Tut euch sicher gut und dann kannst du erholt und ohne Zeitdruck oder "hach wären wir doch auf Urlaub gefahren"-Gedanken den ersten Versuch starten. Die ständige Wartezeit und Aufschieben ist zwar mega nervig, dass kann ich gut verstehen, aber es läuft ja nicht weg ;)
      Alles Gute und viel Erfolg! Ich drück euch fest die Daumen!

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  11. Danke für deine offenen Worte liebe Lenja,
    das tut mir sehr leid für Euch und ich wünsche Euch von Herzen, dass es klappt. Ich verstehe dich da sehr gut, den Nervenkrieg und das Leben in der Warteschleife. Ich kenn das und nach zwei Sternenkindern 2011 und 2012  ist das Thema jetzt wieder aktuell. Nur das Schicksal (oder was auch immer) meint es müsste anders sein. Jetzt bin ich quasi wieder bereit für einen Versuch und nun habe ich ständig Zyklusprobleme und mal Eisprung und mal nicht und Schmierblutungen und mal nicht. Nun ja. Ich bin jetzt 34, mein Mann ist älter und hält es generell auch nicht mehr für eine gute Idee. Sein Alter, seine Kinder haben den Kontakt abgebrochen und eigentlich möchte er jetzt seine Freiheit. Aber mir zuliebe… ja… Am Wochenende drüber gesprochen, dann mal wieder Schmierblutung und Artzbesuch – vermutlich Gelbkörperschwäche, fehlt jetzt noch eine Blutuntersuchung für die Feststellung. Aber es ist wahrscheinlich.
    Ein weiterer Risikofaktor, der hinzukommt. Denn wenn sich die Schleimhaut zu früh ablöst, ja wo soll sich dann der Embryo einnisten. Kann man behandeln klar, dazu die Autoimmungeschichte der Schilddrüse und eben das Alter. Erhöht alles das Risiko in der Frühschwangerschaft eine Fehlgeburt zu haben und hatte ich schon oft genug, also nein danke. Dann auf der anderen Seite wieder, aber es wäre halt so schön.
    Wie du schreibst, Alle bekommen scheinbar ganz problemlos Kinder und sind dabei gesund und munter. Grad in der Familie mit den Neffen und Nichten meines Mannes ist es grad irgendwie schwierig für mich. Natürlich gönne ich ihnen ihr Glück und freue mich über jedes gesunde Baby. Aber ja, sobald man wieder alleine ist und die „heile Welt Idylle“ in etwas Abstand ist, kommen die eigenen Zweifel wieder hoch.
    Das Leben kann sehr bescheiden sein. Aber du machst es genau richtig, dich davon zu lösen und zu leben. Anstatt in Vorsicht zu Leben, immer auf Bereitschaft noch mehr in den Schongang zu schalten.  Das Leben ist jetzt.
    Daran arbeite ich grad wieder.
    Nun weiß ich grad auch nicht mehr, ob es eine gute Idee ist oder nicht.  Ich warte auf das abschließende Blutergebnis, Schilddrüse wird immerhin auch gleich mitgemacht.
    Aber es ist die Gedankenspirale, von es ist bestimmt alles in Ordnung und ich kann dieses Gelbkörpermedikament nehmen und es klappt alles bis hin zu was wenn nicht. Schaffe ich das und schaffen wir das alles nochmal? Außerdem auch das Wissen, dass mein Mann es nur meinetwegen tut.
    Uff langer Text und eigentlich wollte ich dir nur schreiben, dass ich Euch von Herzen alles Gute wünsche, verliert nicht den Mut und verliert vor allem Euch selber nicht.
     

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    1. Hallo liebe Steffi!
      Hach das ist eine verzwickte Situation bei euch! Wenn es nur um Gelbkörperschwäche geht, kann man das ja gut behandeln und mit gezieltem Gelbkörper in der entsprechenden Phase unterstützen. Bei einer IVF wie bei uns muss ich auch ab dem Eisprung 2 verschiedene Schleimhautunterstützer nehmen bis zum Schwangerschaftstest bzw. wenn der positiv wäre bis zur 10. Woche. Inwiefern noch die Schilddrüse reinpfuschen kann, hab ich wenig Erfahrung. Muss denke ich ständig in kurzen Abständen kontrolliert werden, weil eventuell höhere Medikation notwendig ist.
      Aber ich versteh deine Gedanken. Da du leider schon 2 Fehlgeburten hattest, kennst du das Hoffen, Bangen und den Schmerz :(
      Ich wünsche dir bzw. euch alles Gute und hoffe doch ein bisschen, dass ihr es wagen könnt und hoffentlich belohnt werdet! Halte mich doch auf den laufenden!

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  12. Hallo liebe Lenja,

    auch bei uns hat es eine ganze Zeit gedauert, bis ich schwanger wurde. Als wir geheiratet haben 2008 hab ich die Pille, die ich vorher 9 Jahre genommen habe abgesetzt und hatte auch gleich einen regelmäßigen Zyklus.
    Am Anfang wa ich ganz froh, nicht sofort schwanger geworden zu sein, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, mein Körper sollte sich nach der langen Phase Hormoncocktail erstmal wieder normalisieren, aber irgendwann fragt man sich dann schon, was nicht passt. Habe auch angefangen, Temperatur zu messen weil ich verunsichert war, ob ich überhaupt einen Eisprung habe (obwohl der relativ regelmäßige Zyklus eigentlich ja für sich spricht). Bei uns hats dann 2011 auf normalem Weg geklappt, wir haben vorher aber auch schon überlegt, ob mein Mann sich mal testen lassen sollte und wenn da alles passt bei mir noch irgendwelche Untersuchungen gemacht werden sollten. Lustigerweise habe ich bevor ich schwanger wurde von einer Bekannten etwas "Nestreinigungstee" zum probieren bekommen, der angeblich helfen könnte schwanger zu werden. Ob es tatsächlich daran gelegen hat weiß ich nicht, ich habe ihn auf jeden Fall nicht oft getrunken gehabt, aber nachdem mir das grade wieder einfällt, lasse ich es mal nicht unerwähnt (gibts beim Wurzelsepp, hab da dann selbst mit dem Namen des Tees im Vorfeld mal recherchiert, man will ja wissen, was man so zu sich nimmt. BEi der Gelegenheit habe ich dann auch erfahren, dass es für den Mann auch einen "Horstreinigungstee" gibt *hust*).

    Anscheinend war dann "der Knoten geplatzt". Im Moment bin ich mit unserem dritten Kind schwanger, bekomme aber im Verwandten- und Bekanntenkreis mit, dass einige Probleme haben, schwanger zu werden, und dass das alles gar nicht so selten vorkommt (etwas, das mir meine Hebamme später dann auch bestätigt hat).
    Bei einem Pärchen hat es jedenfalls nach einigen Jahren nun auch endlich geklappt und sie erwarten ihr erstes Kind in drei Monaten. Die Frau hatte vorher aber auch irgendeine OP (ich glaube wegen Endometriose).

    Ich drücke dir jedenfalls die Daumen! Die ganze Situation ist ja voll belastend, auch wenn man nicht die ganze Zeit aktiv dran denkt wälzt man unterschwellig trotzdem die ganze Zeit die Frage warum es nicht klappt hin und her.

    Liebe Grüße

    Anne

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  13. Liebe Lenja
    Ich danke dir ganz herzlich für deine Offenheit. Ich als treue Leserin deines Blogs und deiner Instagram Seite habe das schon befürchtet....
    Wir mussten über zwei Jahre auf unser zweites Wunder warten und waren damals auch im Kinderwunschzentrum. Ein wirkliches Problem hat man damals nicht festgestellt. Die Hormonbehandlungen blieben erfolglos. Ich hatte ebenfalls diese etlichen Untersuchungen, Ultraschalls, Spritzen, die ganze Prozedur. Bevor wir dann den letzten Versuch starteten, wurde mein Eisenspiegel gefüllt (Meiner ist immer so zwischen 7-10) und meine Eileiter mit Kochsalzlösung gespühlt und auf dem US verfolgt ob die Lösung wirklich im Bauchraum ankommt. Nun gut, 10 Tage später wurde ich SS, eigentlich in der Übungspause :-). Als Unterstützung der SS bekam ich Utrogestan bis in die 12 Woche (Gelbkörperhormon). Seit der Geburt unseres Kindes haben wir nie verhütet. Als es zwei wurde, musste ich wieder an die Eiseninfusion. Sofort danach wurde ich spontan schwanger. Kann natürlich auch einfach Zufall sein...
    Ich kenne all deine Gedanken nur zu gut und ich weiss wie steinig und hart der Weg zum Wunschkind sein kann. Ich wünsche euch ganz rasches Gelingen!! Ich finde es genial, wie toll du auf deine Ernährung und deinen Körper achtest. Ich bewundere das sehr. Das sind auf jeden Fall die besten Voraussetzungen finde ich. Ich wünsche Euch nur das Allerbeste und hoffe dass du bald Euer kleines Wunder im Bauch tragen darfst! Fühl dich gedrückt!

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    1. Danke für deine Geschichte! Echt faszinierend wie es manchmal ausversehen zwischen oder nach einer erfolglosen Behandlung klappt. Freut mich sehr für euch!!
      Ja der Eisenspiegel ist auch so eine Baustelle, die ich erst dieses Jahr wieder anging. Letzten Dezember wurde ja ein sehr niedriger Eisenwert ermittelt, wonach ich mit den Eisentabletten anfing. Ich möchte jetzt in 1-2 Wochen mal messen lassen wie er aktuell ist und dann hoffentlich aufhören mit den Tabletten (die leichte Verstopfung ist doch etwas nervig auf Dauer).
      Danke :) Ja ich denke mir eine gute Gesundheit und körperliche Fitness ist ein guter Start für eine Schwangerschaft - und falls es nie klappt habe ich die Zeit wenigstens sinnvoll und gesund genutzt.
      Vielen Dank für deine Wünsche, ich drück dich retour!

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  14. Liebe Lenja,
    ich bin über Heikes Beitrag zur deinem hier gekommen und obwohl ich zugeben muss, dass ich sonst nicht viel bei dir lese, hat es mir gerade die Tränchen in die Augen getrieben, so gut kann ich dich verstehen. Über all ploppen die Kinder aus den Leuten raus, über all Kinder & Schwangere ... auf der Straße, im Bus, im Internet und im Bekanntenkreis...Kinder zu bekommen scheint das einfachste auf der Welt zu sein...
    Wir haben mittlerweile 3 Jahre Bastelei hinter uns, in denen ich alle möglichen Gefühlszustände hinsichtlich Kinder durchgemacht habe und ich kann so ziemlich alles unterschreiben was du oben geschrieben hast. Was bei mir noch dazu kam war der Zweifel, ob ich überhaupt Kinder möchte, der sich irgendwann eingeschlichen hat. Die Aussicht auf finanzielle und persönliche Einbußen, schreiende Kinder in der Straßenbahn und das wunderbare Gefühl wenn man Sonntag einfach lazy auf dem Sofa verbringen kann und jede Nacht 8 Stunden durchschläft.
    Vor 4 Monaten sind wir nun aber dann doch auch in die Kinderwunschklinik gegangen. Nicht zuletzt meine miese Laune nach jedem Periodenbeginn hat mich davon überzeugt, dass ich im Herzen doch gerne ein kleines eigenes "Wir" hätte. Nach dem ersten negativen Test aus der Klinik wurde ich allerdings auch wieder auf den Boden zurück geholt. Auch wenn es bei Anderen anscheinend immer sofort, spontan und Huch passiert ist das mit so einer Schwangerschaft eine komplizierte Kiste. Ich danke dir sehr für deine Offenheit und würde dir gerne noch so viel mehr schreiben. Was mir persönlich hilft ist, dass ich mich konsequent fern halte von Kinderwunsch-Foren, Mutti-Portalen oder allen Seiten die irgendwas zum Thema schreiben (ich habe auch nur deinen Artikel gelesen und nicht die anderen Kommentare), da mich sowas nervlich einfach nur noch mehr belastet. Zu wissen wie lange es dauern kann und die rose-rote Freude derer die es dann doch geschafft haben. Mir verschafft das keine Erleichterung/Hoffnung, sondern macht mich einfach nur motzig und genervt.
    Ich finde es sehr wichtig, dass ihr euch beide euch als Paar nicht aus den Augen verliert, die Zweisamkeit genießt und mehr auf das schaut auf das was ihr im Leben habt (und nicht so sehr auf das eine was noch fehlt). Ich finde es gut, dass du dich deinen Fitnessplänen jetzt so aktiv widmest, davon werde ich mir eine Scheibe abschneiden (unterliege aktuell noch der selben Fettlogik ^^).
    Fühl dich ganz lieb gedrück!

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    1. Danke für deine Anteilnahme!
      Ich kann deine Gedanken SEHR gut nachvollziehen. Auch ich mache mir manchmal Gedanken, ob wir ohne Kinder nicht glücklicher wären. Ob ich den Stress und Belastung von einem Kind überhaupt aushalten, ich mega-introvertierte Person :D Aber die Enttäuschung und Vorfreude/Hoffnung überwiegt dann doch immer so stark, dass es der richtige Weg zu sein scheint.
      Ja ich meide Kinderwunsch-Foren auch. Folge auch keinen Blog oder ähnliches. Will mich da gar nicht so reinsteigern und 24h damit beschäftigen.
      Ich wünsche euch auch alles Gute und baldigen Erfolg!

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    2. Liebe Lenja,
      jetzt muss ich dir doch nochmal kurz schreiben, weil ich die letzten beiden Tage doch so viel auf deinem Blog gestöbert habe und mich tatsächlich frage wieso ich das so lange nicht gemacht habe. Ich mag mir so viel von dir abgucken hinsichtlich Sportmotivation, Gartengestaltung und bewusster Kochen. Von dem was ich bisher so gelesen habe glaube ich, dass wir uns im Grunde ziemlich ähnlich sind. Vielen Dank für deinen wunderbaren Blog, deine Offenheit und die vielen Anregungen. Ihr scheint ein ganz wunderbares Leben zu führen und habt euch schon so viel gemeinsam aufgebaut. Ich drücke euch von Herzen die Daumen, dass ihr dieses Glück mit einem Kind teilen und eure Familie damit bald komplettieren könnt.
      Ich denke wir lesen uns auch in Zukunft ;-)

      Liebe Grüße, Jessica

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    3. Hallo liebe Jessica!
      Danke für die Komplimente, ich freue mich sehr wenn ich andere Motivieren und helfen kann :) Und vielen Dank für deine Wünsche und Daumendrücken!

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  15. Liebe Lenja,
    danke für deinen offenen, sehr mutigen Artikel!
    Dieses Thema wird in unserer Gesellschaft viel zu sehr verschwiegen. Ich bin zwar selbst (noch) nicht in der Situation (bald wollen wir zwar auch gerne ein Kind, aber noch haben wir nicht angefangen es zu versuchen), merke aber oft, wie nicht gleich sich erfüllende Kinderwünsche, oder gar Fehlgeburten wenn dann nur ganz kurz Gesprächsthema sind. Dabei sind das doch Erfahrungen, die zum Leben dazu gehören, und die betroffenen Personen bestimmt sehr beschäftigen. Warum sollte man dann nicht darüber reden dürfen?
    Und noch eine Sache: Ich kann sehr gut verstehen, dass du gerne selbst schwanger werden möchtest (geht mir selbst auch so). Und ich wünsche euch von Herzen, dass es bald klappt! Nur falls es nicht klappt: Freunde haben vor inzwischen über zwei Jahren ein kleines Kind adoptiert. Und die Kleine ist voll und ganz ihre Tochter, so wie sie voll und ganz Mama und Papa sind. Dein Mann wird darüber ja noch viel mehr wissen.
    Alles Gute für euch beide! Ich drücke euch ganz fest die Daumen!
    Jade

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    1. Hallo liebe Jade!
      Ja du hast recht. Über so unangenehme Themen wird wenig geredet bzw. höchstens mit nicht-betroffenen. Einerseits versteh ich das. Man weiß oft gar nicht, wie man reagieren soll, was man sagen soll und ob man mit den Gefühlen des Paares umgehen kann. Ich bin da ja sehr emotional und empathisch und weine viel zu schnell (für meinen Geschmack) mit den anderen mit. Was mir dann peinlich ist, weil etwas unangebracht...
      Ja mit der Adoption hast du Recht. Mein Mann fühlte sich nie ungewollt oder nicht wie deren Sohn. Er hat es auch sehr früh zufällig rausgefunden und war ihm sehr egal, weil er eben noch so extrem jung war. Eigentlich die perfekte Angehensweise. Das ewig Verheimlichen bringt nur mehr Verunsicherung und Schmerz. Ich würde von Anfang an erzählen, dass ich die Herzmama bin, aber nicht die Bauchmama. Ganz offen und ohne großes Tamtam.
      Danke für die Wünsche!

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    2. Liebe Lenja,
      ich wünsche euch ganz viel Glück auf dem Weg zum Kind. Es ist großartig es hier so offen anzusprechen. Ein ganz besonders schwieriges Thema. Ich habe vor ein paar Jahren ein Kind verloren und meine Schwester war fast zeitgleich mit mir schwanger. Ich konnte mich auch einfach nicht richtig mit ihr freuen, obwohl ich sie liebe. Also deine "unsozialen" Gedanken darfst du dir, denke ich, gönnen. Da hängt ja auch ganz viel Herz und Liebe dran.
      Es ist gut, dass du aus der Situation das Beste machst ( flacher Bauch;)).
      Also alles Glück der Welt für euch, auf dass es klappt!!!
      Silberweide

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