Donnerstag, 23. Februar 2017

Frühlingsmut gesucht

Hallo ihr Lieben!

Kennt ihr das? Ihr seht wie ungerecht oder missverstanden Eltern ihr Kind behandeln und euch blutet das Herz, aber etwas dagegen sagen verstößt irgendwie gegen gesellschaftliche Regeln. Weil wie kann man sich als kinderloser Mensch einbilden etwas besser zu wissen?!?! So völlig ohne Erfahrung und überhaupt darf man sich ja nicht in fremde Familien einmischen... Frechheit!

Der Krokos wächst schon brav! Die Zwiebeln habe ich im Herbst 2015 eingepflanzt.

Noch schlimmer ist so etwas in der eigenen Familie oder bei Freunden zu beobachten. Bei Fremden ist die Hemmschwelle manchmal niedriger, die sieht man ja nie wieder! Da kann man ein ungutes Gesprächsthema riskieren. Aber bei Menschen die man häufig sieht, will man (oder ich ganz speziell) die Stimmung nicht vermiesen. Ich leide immer sehr unter negativen Schwingungen, sauge die förmlich auf und fühle mich ganz krank... ein Grund wieso ich mir so schwer tu unangenehme Themen anzusprechen.

Ebenfalls von Herbst 2015 sind die Frühlingsknotenblumen, die ersten Blüten in unserem Garten!

Momentan nagen zwei Situationen an mir, wo ich gerne etwas sagen würde, aber nicht weiß wie, wann oder ob es dann nicht noch schlimmer wird. Beide Fälle so voller missverstandener Gefühle und Wesensarten.

Mutter A ist von der taffen und selbstbewussten Art. Powerfrau hoch drei, wo alles und jeder springen muss, wenn sie es sagt und die alles selber macht und auch kann. Ich würde mir echt gerne eine Portion Energie von ihr abschneiden! Ich tippe bei ihr auf ESTJ, also mit einem dominanten extro-Thinker, dessen intro-Feeler an letzter Stelle ist. Ihre unglaublich liebe, brave und emotionale Tochter (ISFJ wie ich) wird regelmäßig übermäßig stark geschimpft wegen Unfällen oder auch öffentlich belächelt, weil sie oft weint... Ihre Mutter versteht diese emotionale Art einfach nicht, ist ihr völlig fremd und was noch schlimmer ist: sie versteht nicht wie bloßgestellt die Tochter durch ihre öffentliche Schimpftiraden ist. Sie sieht nicht die Schande, den Schmerz und wie es das Selbstvertrauen eines sehr jungen und empfindsamen Mädchen verletzt. 

Mutter B ist eine junggebliebene, lustige und harmoniebedürftige Frau, die ihrem natürlichen und mütterlichen Helferdrang (lustigerweise ebenfalls ISFJ) leider sehr einseitig und blind nachgeht. Dem ich-bezogenen, "lebensunfähigen" Sohn wird immer geholfen, über jeden Fehltritt hinweggesehen und alles getan, damit dieser glücklich ist und die Familienharmonie bestehen bleibt. Dabei wird der zweite Sohn aber völlig auf die Seite geschoben, für paranoid und empfindlich abgestempelt, wenn er diese Ungerechtigkeit andeutet. Selbst dem coolsten Mann tut diese dauernde Zurückweisung sehr weh.

Die Tulpen wachsen auch schon brav!

Zum Glück (oder leider?) sehe ich beide Mütter nicht sehr oft, weshalb ich bisher noch Mut und Formulierungen sammle, um irgendwann doch etwas zu sagen, auf die Gefahr hin, dass ich dann die böse bin, aber ewig zusehen kann ich nicht. Lieber der Arsch sein und dafür die Chance erringen, dass dem anderen geholfen ist!

Es ist ganz normal, dass man seinem eigenen Verhalten gegenüber manchmal blind ist und dann bedarf es einer ehrlichen Freundin oder Partner der einem einen Spiegel vorhält. Wie sagt meine Beste Freundin oft? "Ist nicht einfach oder schön, was man dann vielleicht sieht und viele sehen lieber weg." Ich bin sicher nicht die beste in Selbstreflektion und bei Gott kein perfekter Mensch, aber ich bemühe mich immer alle herzlich und mit positiver Schwingung zu begegnen (haha ich bin ein Klischee ISFJ, oder?).

Kennt ihr dieses Dilemma?
Tut ihr euch leicht solche Themen anzusprechen?
Würdet ihr euch trauen Erziehungsratschläge zu geben, obwohl ihr keine Kinder habt?
Wie geht ihr damit um? Sagt ihr etwas, obwohl es euch "nichts angeht" oder schweigt ihr lieber?
Oder wurdet ihr schon mal von einem Besserwisser aufgeklärt und genervt?
Habt ihr Tipps?

Und wachsen bei euch auch schon die ersten Frühlingsblumen? :)
Diese Fotos habe ich heute nach Feierabend schnell gemacht, nachdem ich am Morgen im Halbdunklen die ersten Knospen vom Auto aus sah. Hach endlich Frühling!!!!

Kommentare:

  1. Schwierige Situationen. Ich denke ich würde auch lange zögern, aus ähnlichen Gründen wie du. Darf man sich da einfach einmischen? Trotzdem finde ich, das hat nur bedingt etwas mit Erziehung zu tun, und deshalb darf sich meiner Meinung nach auch ein Mensch einmischen, der keine eigenen Kinder hat. Denn hier geht es um ein menschliches Miteinander. Auch Erwachsene können ungeschickt oder schmerzhaft mit anderen Menschen umgehen. Daß hier Kinder die Leidtragenden sind, macht es nur noch etwas schlimmer. Von daher: toll daß dir das auffällt und du überlegst, etwas zu sagen. Es hilft deinen Freundinnen vielleicht, zu reflektieren. Man selbst sieht sich ja oft ganz anders (meine Mutter ist gerade 60 geworden, ich wohne seit 15 Jahren nicht mehr zuhause, und trotzdem hat sie erst vor einer Weile begriffen, daß wir in manchen Bereichen einfach sehr unterschiedlich ticken und bestimmte Dinge, die für sie selbstverständlich und offensichtlich sind, für mich überhaupt nicht "normal" sind und ich Hinweise dabei brauche. Kommentare wie "das sieht man doch!" kenne ich gut aus meiner Jugend. "Man" vielleicht... ich nicht!)

    Von daher: Mut zusammennehmen, möglichst konstruktiv arbeiten, möglichst kein "du machst das falsch", sondern Verständnis für die Kinder schaffen (oder es halt vesuchen). Und ran da. Gute Sache!

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  2. Hallo,
    ich habe in der Familie auch so ein paar Kandidaten,denen man mal den Marsch blasen möchte.
    Meine Strategie ist,sie mit ihren eigenen Waffen zuschlagen,also sie genauso zu behandeln wie sie es mit ihren Kindern,Partnern u.s.w. machen. Belächele doch deine Mutter A sage ihr wie unkompetent sie in vielen Dingen ist. Behandele sie so wie sie ihre Tochter behandelt. Bei Mutter B würde ich den zweiten Sohn ins Gespräch bringen, praktisch immer die Aufmerksam auf ihn lenken und ihren Lieblingssohn nicht beachten. Ich habe damit gute Erfahrung gemacht. Spricht man die Lieben nämlich direkt auf ihr desaströses Verhalten an,werden sie richtig sauer. Macht man mit ihnen dasselbe, was sie ihren Kindern antun, können sie einen keine Vorhaltungen machen.
    Bei mir klappt das gut.
    Viel Erfolg

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  3. Hallo Lenja,
    ich finde, das ist ein grundsätzlich schwieriges Thema mit der Kritik. Ich habe Freunde, die keine Kinder haben und finde, sie haben oft eine ganz andere, neue Sichtweise, weil sie nicht so im Thema drind sind und genau das kann oft richtig gut sein. Man bekommt eine neue Sichtweise vermittelt. Ich denke, es kommt halt immer auf das "wie" an. Konstruktiv und ich beginne bei Kritik immer mit "Ich habe, ich finde, ich fühle..." statt "du hast, du tust, du machst"...
    Ansonsten würde ich dir raten, auf dein Bauchgefühl zu hören. Es kommt auch darauf an, wie wichtig die Menschen für dich sind. Das Leben der anderen kann man nicht verändern. Nur sich selbst und seine Sicht der Dinge. Aber man kann seine eigene Meinung haben.
    Alles Liebe,
    Susanne

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