Dienstag, 13. Dezember 2016

Hope for all. Unsere Nahrung, unsere Hoffnung - Doku-Empfehlung

Hallo ihr Lieben!

Letzte Woche ist etwas spannendes und völlig ungeplantes passiert. Ich hab meine erste Doku in Sachen Ernährung und pro-vegan geguckt. Bisher habe ich diese Filme gemieden und meine Entscheidung zu 95% vegan kam durch das Lesen von Büchern, Blogs und natürlich Eigenerfahrung. Doch letzten Donnerstag wollte mein Mann (ja ER kam damit an!!!) ein paar Dokus gucken und darunter war auch diese Doku, dessen Titel ER interessant fand und gucken wollte.

Als der Film startete und eine grobe Info kam, worum es ging hab ich gleich gesagt "boah wenn das so ein Tierquälerfilm ist geh ich sofort! Ich muss das nicht sehen um kein Tier mehr zu essen, tu ich ja eh nicht!" und bin fast schon geflüchtet. Aber ER bat mich da zu bleiben und den Film gemeinsam mit ihm zu gucken mit den Worten: "vielleicht tut es mir gut es mal zu sehen". Tja... das war ein gutes Argument und ey wenn er schon freiwillig sowas gucken will.. na gut.

Der Film war dann so toll aufbereitet, dass ich noch vorm Ende die Filmseite raussuchte und auf Facebook für euch verlinkte. Aber ich möchte die Empfehlung hier auch noch wiederholen und ein bisschen näher darauf eingehen.


"Hope for all. Unsere Nahrung, unsere Hoffnung" - ist der Feder von Nina Messinger entsprungen. Eine junge Österreicherin die bereits 2010 ein Buch mit dem Titel "Du sollst nicht töten. Plädoyer für eine gewaltfreie Ernährung" veröffentlich hat.
Was mir besonders gut gefallen hat, war dass diese Doku nicht nur sehr aktuell ist, sondern auch sehr regional! Kein reiner USA-Dokufilm, wo man sich schnell einreden kann "das ist so weit entfernt von uns und unserem Leben". Natürlich werden auch Fachärzte in der ganzen Welt interviewt, aber fast noch mehr Ärzte, Forscher, Patienten und Bauern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz!! Das ist ein ganz anderes Gefühl beim Gucken. Sehr viel näher und man fühlt sich persönlicher angesprochener!

Der erste Teil des Films erklärt die gesundheitlichen Auswirkungen von unserer extrem tierlastigen Ernährung und die Zusammenhänge mit so furchtbaren Krankheiten wie Herzkreislaufstörungen und Krebs. Sehr interessant mit aktuellen Statistiken und Experimenten. Bereits an dem Punkt fragte mein Waldläufer irritiert "wenn Tierprodukte nachweislich so schädlich sind, wieso weiß das niemand?" - Tja weil da eine gigantische Industrie dahinter steckt und die das natürlich alles schön reden und unter den Teppich kehren...
Im zweiten Drittel wird über die globale Auswirkung unserer Fleischlust berichtet. Da waren sogar Fakten dabei, die ich nicht wusste, mir aber für die nächste Diskussion merke! 70% des angebauten Getreides ist nämlich NICHT für uns, sondern für die ganzen Kühe und Schweine. Da bin selbst ich fassungslos. Wenn man an all die hungernden Menschen denkt die es noch immer gibt und daran, dass wertvoller Regenwald gerodet wird, damit wir Getreide anpflanzen... das noch nicht mal den Hunger stillt, sondern nur als Futter für zum Tode verurteilten Tieren dient...
Erst im letzten Drittel kommt das von mir sehr gefürchtete Thema "Tierhaltung" und ich muss ehrlich sagen: ich hab hier streckenweise nicht hingeguckt. Mir reichten die Geräusche und die Erklärung, die ich ja dennoch hörte.
Ganz zum Schluss gab es noch Seele-streicheln mit Beispielen wie viel besser man Tiere halten kann, wie glücklich sie sind mit Freilauf usw. Das ging mir dann fast schon zu lange :D Aber sollte wohl das Grauen davor besänftigen und positive Energie liefern.

Offtopic:
Bei mir flossen außerdem nicht erst bei den grausamen Tierquälerbildern die Tränen, sondern gleich zu Beginn als es um das Thema Krebs ging :( Geht mir immer sehr nahe, da wir einen unglaublich wunderbaren Menschen an diese Scheißkrankheit verloren haben. Und ich mich idiotischerweise rückblickend schuldig fühle und das Schicksal verfluche, dass ich erst danach mehr über Ernährung lernte und ihn nicht retten konnte. Aber hätte ihm vermutlich auch nicht geholfen... Zu spät diagostiziert, zu lange falsch ernährt.

Ich würde den Film am liebsten allen in die Hand drücken, die nicht verstehen wieso ich mich so ernähre wie ich es tue. Er erklärt nämlich 3 von 4 Gründen wieso ich großteils vegan esse:

1. Aus gesundheitlichen Gründen. Als Vorbeugung und für ein langes, gesundes Leben. Einen akuten Grund bringt mir natürlich meine Psoriasis, wo sich tierische Produkte sehr negativ auswirken. Ich arbeite nicht auf ein "gesund irgendwann" hin, sondern merke die Auswirkungen sehr schnell - was mehr motiviert und anspornt. Ich habe großes Verständnis für Menschen die völlig gesund scheinen und nicht verstehen wieso sie etwas ändern sollten. Aber glaubt mir oder eben den Ärtzen in der Doku: langfristig ist weniger echt mehr!!
2. Aus ökologischen, umweltbewussten Gründen. Vegan ist sehr viel klimaschonender! Auch wenn das die Industrie gerne verheimlicht und anders darstellen will. Regionaler Fleischgenuss oder auch Gemüse/Obst-Bezug wäre natürlich zusätzlich toll. Hier hinke ich selbst sehr hinterher, ehrlich gesagt.
3. Aus Tierliebe. Ich werde auch satt und bleib gesund ohne dass ein Tier wegen mir sterben muss. Da führt kein Gegenargument dran vorbei.

Punkt 4 wurde leider nicht behandelt, was ich sehr schade finde. Hätte vielen Zusehern noch einen zusätzlichen, logischen Grund für weniger Fleisch gegeben. Biologisch oder evolutionstechnisch sind wir keine Fleischfresser! Unser Gebiss und Darm ist nicht für so viel Tier ausgelegt. Kein Wunder, dass wir krank werden!

Persönlicher Fazit von meinem Waldläufer: er will jetzt vegan probieren, auch wenn er es hasst in eine Schublade geschoben zu werden. Er will sich nicht als Veganer sehen, sondern als Fleischfresser, der für eine unbestimmte Zeit auf Tier verzichtet. Ist mir eigentlich egal wie er es nennt und erklärt ;) Ich finde es toll, dass der Film ihn so stark beeindruckte, dass er zu einer Änderung bereit ist. Selbst wenn er dann doch wieder Fleisch isst, wird er es sicher mit Bedacht und in geringeren Mengen machen. Denn es spricht nichts gegen ein Sonntagssteak von einem Biobauern, der seine Tiere gut behandelt und möglichst sanft schlachtet. Hier ist meine Beste Freundin mir ein großes Vorbild, die das so handhabt. Unglaublich cool!

Kleines Problemchen ist nur, dass er kein Routine-Esser ist wie ich, sondern viel Abwechslung braucht und generell ein größerer Feinschmecker ist als ich. Da muss ich mich ganz schön anstrengen und neue Rezepte und Ideen googeln, damit er vegan nicht als langweilig und geschmacklos sieht!

Wie seht ihr das Thema?
Habt ihr diesen oder ähnliche Filme schon gesehen?
Wie ernährt ihr euch und wieso?
Was hindert euch konkret daran mehr auf Tier zu verzichten? Der Geschmack? Angst vor hohen Kosten? Oder steht ihr mit großem Fragezeichen da "was bleibt denn dann noch übrig zu essen?"?
Wie erging es euch bei der Umstellung auf vegetarisch/vegan?

Kommentare:

  1. Hallo Lenja, ein sehr interessanter Beitrag ;-). Ich als absolute Fleischesserin muss zu geben, dass ich mich nie vegetarisch und schon gar nicht vegan ernähren würde, so lange ich mit meiner "normalen" Ernährung gut zurecht komme. Aber ich bin absolut deiner Meinung, dass man den Fleischkonsum einschränken und bewusst Fleisch essen sollte. Ich liebe wirklich Fleisch, aber bei uns gibt es definitiv nicht jeden Tag Fleisch. Und ich würde auch am liebsten nur Fleisch von einem guten Bauern vor Ort kaufen, was leider momentan organisatorisch in der Großstadt schwierig ist. Leider brauche ich auch sehr viel Abwechslung beim Essen und mich würde insbesondere eine vegane Ernährung zu sehr einschränken. Auch wäre es für mich ein Zeitproblem, da man viele vegane Produkte nicht im Supermarkt um die Exke bekommt und sie auch oft nicht so günstig sind ;-). Ich bewundere immer alle die genug Durchhaltevermögen für eine solche Ernährung haben, mir fehlt dafür wirklich die e Ausdauer/der Wille.

    viele Grüße,

    Melanie

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    1. Hallo Melanie!
      Ernährung mit einem hohen veganen Anteil ist nicht so schwierig, wie du jetzt denkst.
      Erstens ist es nicht notwendig, gleich von 0 auf 100 komplett auf vegane Ernährung umzustellen. Jeder Schritt in die richtige Richtung ist gut, es ist vollkommen ok, sich langsam heranzutasten. Eine Ernährung mit weniger tierischen Produkten hilft der Umwelt und der globalen Gerechtigkeit und deiner Kinder- und Enkelgenerationen ebenfalls.
      Zweitens braucht man diese ganzen Ersatzprodukte kaum. Es gibt sehr viele Gerichte in der deutschen und österreichischen Hausmannskost, die vegetarisch sind. Besonders viele tierproduktarme Gerichte findet man in der indischen, südostasiatischen, italienischen, israelischen, türkischen, (nord-)afrikanischen Küche. Kichererbsencurry, Falafeln, Gemüsecouscous, Risibisi, Steinpilzrisotto, Pizza Margharita sind schon lange in der Mainstreamernährung angekommen. Ich koche sehr viel vegan (2 Jahre lang rein vegan) und ehrlich gesagt verwende ich außer Pflanzenmilch und Ei-Ersatzpulver irgendwie nie irgendwelche Ersatzprodukte...
      Drittens sind vegane Produkte nicht so teuer wie man annimmt, bevor man sich mit der Materie befasst hat. Getreide, Getreideprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte sind alles sehr günstige Produkte und vegan. Chili mit einer zusätzlichen Dose Bohnen statt Fleisch schmeckt super, ist vegan, und günstig. Nudeln mit Gemüsesugo (Sugo = Nudelsauce): vegan + günstig.
      Sojamilch und teilweise auch Hafermilch bekommt man für den Preis einer Bio-Kuhmilch und auch schon beim Diskonter und auch am Land, kann man aber wie Haltbarkuhmilch in großen Mengen alle paar Monate einkaufen. Auch Tofu gibts bereits auch am Land in jedem beliebigen Supermarkt - den muss man nur gescheit würzen, dann schmeckt er auch richtig gut (nicht pur essen ;) ). Auch viele andere vegane Ersatzprodukte wie Sojaschnetzel oder Pflanzenmilch allgemein sind sehr lange und ungekühlt haltbar - man kann also alle paar Monate mal mit dem Auto einen Schwung dieser Dinge einkaufen. Vergleicht man den Preis von Sojagranulat (verarbeitungsfertig: also eingeweicht, nicht den Trockenpreis) mit Faschiertem/Hackfleisch, sieht man dass das Sojagranulat um Welten günstiger ist. Ich bin selbst immer wieder geschockt, wenn ich mal wieder Fleisch einkaufe, das ist so arschteuer, unglaublich.

      Denk dir nicht, dass du jetzt 100% vegan werden musst. Sei einfach neugierig und koste dich mal durch. Entdecke neue Rezepte, die genial schmecken, günstig sind, ohne Ersatzprodukte auskommen - davon gibts gefühlt Millionen. Du kannst nach Lust und Laune neue Gerichte einbauen. Probier doch mal aus, mit wie wenig Käse deine Pizza noch immer voll gut schmeckt. Probier mal aus, ob dir Sojamilch schmeckt. Meine Mutter mixt sehr gern Faschiertes/Hackfleisch 1:1 mit Sojagranulat wenn sie Bolognese macht. Und Biofleisch gibts auch beim Diskonter, das ist immer noch besser als konventionelles Fleisch. Denk nicht eng, sondern experimentiere :)

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    2. Ok, ich hab irgendwie die ganze Zeit gelesen, dass du am Land wohnst. Melanie! Du wohnst in einer Großstadt! Du hast alle Möglichkeiten vor Ort, dich fröhlich durch deine persönliche Version von tierproduktreduzierter Kost durchzuschlemmen! Wenn du nicht auf Fleisch gänzlich verzichten willst, dann kauf eben Bio und reduziere dafür dann vielleicht Fisch und Milchprodukte. Oder mach für dich allein eine Challenge: eine Woche oder ein Monat vegan. Ach, mir fallen so viele lustige Sachen ein, wie man ohne Genussverzicht und mit viel Spaß und Neugierde den Konsum von tierischen Produkten runterschrauben kann! Komm, das geht!

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    3. Liebe Melanie,
      Was das Fleisch aus einer vertrauenswürdigen Quelle angeht, kann ich dich nur ermutigen, auch in der Großstadt mal auf die Suche zu gehen. Bei uns in der Stadt gibt es zum Beispiel einen Metzger, der auch immer mal wieder Wild aus der Gegend verkauft und auf dem Markt gibt es auch immer wieder Stände von vernünftigen Höfen. Außerdem ist es so wunderbar, die Mittagspause mal auf dem Marktplatz zu verbringen, alleine schon das ganze Obst und Gemüse anzusehen tut so gut ;-)

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  2. Super Beitrag!!!!! Ich esse auch vorwiegend pflanzlich, bei mir fing es mit Tierliebe an, dann aus gesundheitlichen Gründen, dann kam Klima dazu. Die Menschen sollten sich alle mit dem Thema beschäftigen und Aussagen wie "Ich kann und will nicht auf mein Fleisch verzichten!" kotzen mich richtig an. Ich hoffe, dass noch viel mehr Menschen hier umdenken. Lg Tina

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  3. Die Doku ist mir schon öfter empfohlen worden, hab sie aber noch nicht geschaut. Ich hab da auch durch mein Studium schon ein gutes Basiswissen, aber es schadet sicher nicht, mir die Doku trotzdem endlich mal anzuschauen.

    (Wegen Krebs und Ernährung: so einfach ist das nicht, ernähre dich richtig, dann krigst du keinen Krebs. Wenn man gut auf seinen Körper achtet, dann kann man das Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken, massiv senken, aber man kann trotzdem Pech haben. Ein gesunder Körper steckt allerdings die Chemo oder die OP sehr viel besser weg, vor allem Chemotherapie ist sehr zermürbend. Wer nicht raucht, kaum Alkohol trinkt, fit ist, einen Körperfettanteil bzw. BMI im gesunden Normalbereich hat, sich gesund ernährt, der hat einen Körper, der schneller und besser heilt als wenn man das nicht tut. Aber man kann durch Ernährung nicht Krebs vollständig vermeiden.)

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    1. Zum Thema Krebs und Ernährung: ich weiß :( Manchmal war ich zwar so naiv und verzweifelt und wollte glauben, dass Ernährung ein Allheilmittel ist, aber das ist natürlich nicht so einfach. Vorallem hätte es ihm so wahnsinnig spät nichts geholfen.
      Ich arbeite auf das "fitter Körper übersteht scheiß Krankheiten leichter" hin und hoffe es kommt nie zum Härtetest!

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  4. Ich muss mich materialfehler im eingeklammerten Abschnitt voll und ganz anschließen. Aus eigener Erfahrung und durch damit verbundene Kontakte zu vielen anderen erkrankten Menschen.
    die Mitleserin

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  5. "Biologisch oder evolutionstechnisch sind wir keine Fleischfresser! Unser Gebiss und Darm ist nicht für so viel Tier ausgelegt. Kein Wunder, dass wir krank werden!"

    Stimmt, aber der Knackpunkt hier ist: Wir sind nicht für zu viel Fleisch ausgelegt. Grundsätzlich aber schon. Der Mensch ist ein Allesfresser, ein Omnivore. Weder ein reiner Herbivore, ein Pflanzenfresser, noch ein reiner Carnivore, Fleischfresser.

    Wobei die meisten Tiere wenigstens ein bisschen mischen. Raubtiere fressen oft den (pflanzlichen) Mageninhalt ihrer Beute, während Weidetiere gern mal Insekten mit schlucken, die eben im Futter so herum kreuchen und fleuchen. ;)

    Der Mensch kann Fleisch auch weg lassen; aber biologisch und evolutionstechnisch ist er schon darauf ausgelegt auch Fleisch zu essen. Nicht nur, aber auch. Eben was der damalige Jäger und Sammler so als Nahrung zu fassen bekam. Das war mal Fleisch, dann ganz lange wieder nicht, dann gab es vielleicht mal Insekten ... alles schön gemischt.

    Ich persönlich ernähre mich eher so. Das kann mal wochenlang quasi vegan sein, dann eher vegetarisch, dann mal ein saftiges Steak und Schnitzel, dann viel Gemüse und nur wenig Fleisch ... Bunte Mischung. ;)

    Um es mit anderen Worten zu sagen: Wer mich über mehrere Wochen beim einkaufen beobachtet denkt wahrscheinlich, ich sei eine gespaltene Persönlichkeit. ;P (Mal Kuh, mal Sojamilch. Mal nur Gemüse, mal Kiloweise Hackfleisch.)

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    1. Hallo liebe Nim!
      Stimmt, wir sind Allesfresser, mit mehr Tendenz zur Pflanzenverdauung. Deshalb finde ich auch ein Sonntagssteak wäre nicht verkehrt. Aber bitte gute Qualität, wenig verarbeitet (Wurst usw.) und einen großen Batzen Gemüse daneben. ;)
      haha Du hast eine gespaltene Esspersönlichkeit? Klingt doch ausgewogen und abwechslungsreich!

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  6. Ein Besuch lohnt sich hier immer. Toller Blog

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  7. Hey Lenja,

    ein interessanter Beitrag und du hast mich sehr neugierig auf diese Doku gemacht. Ich werde sie wahrscheinlich auch mit meinem Freund schauen, weil ich davon überzeugt bin, dass sein hoher Fleischkonsum für seine verbesserungswürdige körperliche Verfassung mitverantwortlich ist.

    Ich persönlich bin bislang der Meinung, dass der Mensch ein Omnivores Tierchen ist, aber eins wo es durchaus reicht ein Mal im Monat oder seltener Fleisch zu konsumieren. Immerhin hatte der Mensch, als er noch jagen musste, nicht die Möglichkeit täglich an der Theke aus 5 verschiedenen Fleischsorten auszusuchen, sondern ist auch mal mit leeren Händen von der Jagd zurückgekehrt und hat Grünzeug und Beeren gemampft. Und vielleicht lerne ich auch bei diesem Thema noch etwas dazu.

    Eine Idee für deinen Mann, wenn er doch nicht auf Fleisch verzichten mag oder kann: Fragt doch mal beim örtlichen Förster nach, ob er auch auf die Jagd geht. Wir haben auch einen kleinen Wald in der Nähe und der lokale Förster nimmt „Bestellungen“ entgegen. Es gibt Reh, Wildschwein und Kaninchen(?) – ich bevorzuge Rotwild, deshalb weiß ich nicht mehr was das andere war. Naja, das Ganze funktioniert so, dass man Bescheid sagt, was man haben will und er ruft dann an, wenn er was erlegt hat.

    Ja es gibt nicht immer alles und ja, man kann nicht fest damit zu einem Zeitpunkt planen, aber das ist ok für mich (zB jetzt vor Weihnachten ist die Liste so lang, da hat er uns auf gesagt, wir brauchen uns keine Hoffnungen zu machen).

    Ich esse lieber das, was als Überschuss von ihm gejagt werden darf, und es sind ganz sicher freilaufende Tiere die ein normales tierisches Waldleben geführt haben. Im Frühjahr/ Frühsommer darf ja zB nicht gejagt werden, wegen dem Nachwuchs, da muss man sich halt was ins Gefrierfach packen oder es gibt halt kein Fleisch. Aber das ist auf jeden Fall sehr regional, sehr frisch und die Tiere hatten eine „artgerechte Haltung“, naja, sie haben halt wie normale Tiere im Wald gelebt und wurden nicht gehalten.

    So, Mittagspause schon rum :) Liebe Grüße nach Österreich!

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    1. Hallo liebe Antares Green :)
      Ich drück dir die Daumen, dass dein Mann nach dem Doku-gucken auch ein bisschen umdenkt und reduziert. Mein Mann meinte sogar neulich, er will die Doku nochmal gucken, damit das Wissen und der Schock aufgefrischt wird und die Fleischsehnsucht abschwächt. Vor allem das Tierleid tat ihm sehr weh und behielt er nachhaltig im Hinterkopf.
      Wie schon Nim geantwortet, stimme ich zu, dass wir Allesfresser sind, aber eben nicht täglich und drei mal am Tag tierisch. Wobei ich vor allem den hohen Milchproduktkonsum sehr kritisch sehe. Milch nach dem Säuglingsalter ist total unnatürlich und noch dazu von einer anderen Spezies - das kann gar nicht gut gehen und erklärt die Erhöhung von Krebs usw.
      Lieber 1x in der Woche gutes Biofleisch genießen und sonst vegan ernähren. Und von 1x in der Woche Käse stirbt man dann doch auch nicht :D Aber wir ernähren uns oft viel von Genussmittel, nicht von echten, wertvollen Nahrungsmitteln.

      Coole Sache mit dem Förster. So kenn ich das gar nicht. Ich hab mir eine Broschüre über Biobauern im Bundesland bestellt und will da mal schmöckern und gucken.

      Ganz liebe Grüße zurück! Meine Mittagspause geht noch ein paar Min ;)

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  8. Hey Lenja,

    ich kenne zwar die Doku nicht, aber weil ich leider auch Psoriasis und (das jetzt nicht leider) eine große Tierliebe habe, ernähre ich mich auch überwiegend vegan. Zur Zeit nicht so konsequent, wie ich es gerne hätte, was man auch an meiner Haut sehen kann... (Vielleicht erinnerst Du Dich, ich hatte Deinen Psoriasis Eintrag auch schon mal kommentiert. ;) Allerdings habe ich eine Weile nicht mehr bei Dir reingelesen, auch weil ich aus lauter Frust meine Haare abgeschnitten hatte und mich der Anblick von schönen langen Haaren immer ein bisschen traurig gemacht hat. Inzwischen bin ich aber fast wieder bei APL und starte einen neuen Versuch!))
    Wenn ich Fleisch esse, dann am ehesten Wild, weil die Tiere wenigstens ein artgerechtes Leben hatten. Als ich noch in Innsbruck gewohnt habe, habe ich auch ab und an mal ein Stück Fleisch beim Bauern meines Vertrauens geholt, die Tiere standen bis zu ihrem Ende auf einer Alm. Von Zeit zu Zeit habe ich einen wahnsinnigen Heißhunger auf Fleisch, vielleicht ist das ein Signal, das der Körper einem sendet, wer weiß...

    Liebe Grüße und komm gut ins neue Jahr
    Catriona

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    1. Hallo liebe Catriona, Leidensgenossin! :)
      Ich kenne diese Phasen, wo man alles schleifen lässt. Habe auch einige Monate wieder mehr Käse gegessen. Aber die Doku hat mich wieder etwas aufgerichtet und es hilft sehr wenn der ganze Haushalt vegan isst. War immer schwierig meinen Mann ein Käsebrot herzurichten und selber nix davon essen zu dürfen ;)
      Klingt gut wie du das mit dem Fleischkonsum machst :)
      Hm vllt solltest du mal ausrechnen wieviel Proteine du täglich isst und ob es genug ist. Ich bin dank Materialfehler da bei mir draufgekommen, dass ich immer zu wenig pflanzliches Protein gegessen habe und daher trotz hartnäckigem Training keine Kraft aufbaute. Seitdem ich da aufpassen und mit vegane Protein-Shake nach dem Training auffülle, hab ich plötzlich endlich Kraft für Liegestützen! :)

      Dir auch alles Gute fürs Neue Jahr!

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