Freitag, 21. August 2015

Warum glutenfrei ohne Zöliakie?

Hallo ihr Lieben!

Ich höre oft in den Medien oder von Bekannten, dass das Gerede von den bösen Gluten nur Angstmacherei ist und sich ja viele umsonst glutenfrei ernähren, obwohl sie es gar nicht müssten. Da ist wahres dran, aber auch viel Bequemheit!
Ja - die Zahl der Menschen, die keine Zöliakie haben, ist höher als die Zahl derer die real darutner leiden. ABER es gibt viele die glutensensibel sind und hier ist die Dunkelziffer, von denen die sensibel sind, es aber gar nicht realisiert haben, sehr hoch!

Ein gutes Beispiel und der Grund wieso mir das Thema durch den Kopf geht, ist eine Freundin von mir. Sie litt seit Jahren unter Magendarmbeschwerden (Schmerzen, Krämpfe, Übelkeit, Kreislaufprobleme), die kein Arzt so richtig diagnostizieren konnte oder ernst nahm. Nach langem hat sie dann versucht sich glutenfrei zu ernähren - und siehe da! Die Beschwerden werden besser, sind teils sogar ganz weg!
Das die Gluten schuld sind merkt sie schnell wenn sie sich mal eine Ausnahme erlaubt. Ich msus ehrlich sagen: manchmal geht es gut, doch die Rückfälle sind häufiger als die kurzfristige Verträglichkeit.

Sehr interessant ist auch ihr Umfeld, dass sich teils auch glutenfrei ernähren musste, aus Rücksichtnahme. Bei ihren Eltern hätte niemand an glutenunverträglich gedacht, doch seitdem sie sich auch teils glutenfrei ernähren, sind viele Beschwerden verschwunden!! Magenschmerzen und Blähungen sind plötzlich Vergangenheit!

Oft lebt man seit Jahren mit solchen Problemchen, ohne sie noch richtig wahrzunehmen. Man ignoriert die vielen Pupse, die einem nach dem Essen unangenehm drücken. Der schmerzende Magen nach dem Essen? Ist doch normal, hat das nicht jeder wenn man so viel isst?
Nein eigentlich ist beides nicht nötig und der eigene Bauch ist vielleicht gar nicht so rund und dick, sondern es sind Blähungen, die uns aufblasen!

Natürlich können Blähungen auch von der falschen Essreihenfolge kommen. Hier war das Buch "Beauty Detox Plan" eine kleine Erleuchtung für mich!

Achtung bei Hashimoto!
Wer an dieser Autoimmunkrankheit der Schilddrüse leidet, sollte dringend die Finger von Gluten lassen! Glutenteilchen sind denen der Schilddrüsen so verdammt ähnlich, dass das Immunsystem sie verwechselt und einen mega Angriff startet. Er will eigentlich die Gluten angreifen, schießt aber gleichzeitig auch auf die Schilddrüse, weil er sie verwechselt.

Und damit der Beitrag nicht so textlastig und bildlos ist, hier mein Erfahrungsbericht für den glutenfreien Fertigpizzateig von Schär. Den haben wir im Urlaub, mit noch ganz neuem Backrohr, ausprobiert und für sehr lecker befunden!


Der Teig ist schon fast fertig, man muss ihn nur belegen und für 12 Min ins Rohr schieben! Der Teig besteht aus Reismehl, Mais-, Kartoffel- und Reisstärke - und ist zwar vegan, aber nicht paleo oder cleaneating.
Aber gelegentlich finde ich das ok - außerdem kam ich noch nicht dazu Rezepte für einen gesunden Pizzateig zu testen. ;)


Mein Lieblingsbelag:
Tomatenmark, frische Kräuter aus dem Garten, Knoblauch, Schinken, Paprika und laktosefreier Ziegenkäse (und manchmal auch Ananas) *jammi*

Schmecken tut der Teig trockener, aber lecker. Er ist sehr kross am Rand! Aber das ist nicht schlecht. Meine Freundin Lincy, meine Walkingbegleiterin und gelegentliche Fotografin, fand die Pizza sehr-sehr lecker, was etwas heißt ;) Sie hat schon viel bei mir kosten dürfen/müssen, und ist dabei sehr ehrlich :)

Wie seht ihr das Thema?
Seid ihr glutenunverträglich oder sensibel?
Habt ihr schonmal 2 Wochen glutenfrei probiert?
Wie geht ihr mit der Unverträglichkeit oder Sensibilität um?
Ist euer Umfeld verständnisvoll und hilft euch?
Habt ihr Tipps und Empfehlungen (zB für einen gesunden Pizzateig?)?
Wie belegt ihr eure Pizza am liebsten?

Kommentare:

  1. Oh, was hat es denn mit der falschen Essreihenfolge auf sich? Erst Gemüse, dann die schwerverdaulichen Sachen?

    Ich habe auf Anraten meines Heilpraktikers fünf Monate glutenfrei gelebt, aber habe es dann abgebrochen weil ich keine Besserung dadurch bemerkt habe. Was mir aufgefallen ist, langsam essen, viel kauen, nicht schlingen. Das hat mir sehr viel gebracht :-)

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    1. Ja erst das schnell verdauliche, sonst liegt es oben auf, gährt und der Bauch explodiert ;) Da kann ein Obst als Nachtisch eine gut gemeinte Bombe sein.
      Schade, dass es nichts brachte. Aber du hast es probiert und das ist ja schonmal wichtig und aufschlussreich! Dann musst du dir nie wieder Gedanken drum machen.
      Ja langsam Essen muss ich mir immer vornehmen. Bin eine kleine Schlingerin und alte Gewohnheiten sind nur schwer abzulegen.

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  2. Hallo :) ich hätte zu diesem Thema eine Frage: und zwar wurde bei mir vor einem halben Jahr etwa ebenfalls Hashimoto festgestellt. Nun würde ich gerne wissen, ob ich an meinen Essgewohnheiten etwas verändern sollte - oder auch nicht - hast du dazu vielleicht ein paar Tipps für mich, welche Lebensmittel du im Zusammenhang mit Hashimoto eher vermeidest? Oder kannst du mir ein Buch oder eine andere Quelle nennen, welche das Thema behandelt? Ich wäre dir sehr dankbar, finde dazu nämlich leider eher wenig!

    Liebe Grüße aus Wien :-)

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    1. Hallo Tina in Wien!
      So stark in das Thema habe ich mich nicht hineingelesen, da ich "nur" eine leichte Schilddrüsenunterfunktion habe, aber scheinbar nicht Hashimoto. Aber Gluten und Jod solltest du auf jeden Fall weglassen!! Und allgemein auf eine gesunde Ernährung achten. Viele Nährstoffe! Oft kommt eine Schilddrüsenfehlfunktion mit einer schlechten Nährstoffaufnahme einher. Viel rohes Obst, sanft gegartes Gemüse oder Smoothies. Selen als Nahrungsergänzungsmittel wird auch unter vorgehaltener Hand von Ärzten empfohlen.
      Bei mehr Fragen gibt es gute Foren, sehr hilfsbereite Facebookgruppen oder massenhaft Bücher. :)

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  3. Gluten zu meiden ist sinnvoll, wenn man es nicht verträgt - die Meldungen und Aussagen über Übertreibungen dazu beziehen sich ja auf diejenigen, die meinen, Gluten wäre _generell_ ungesund und es als Ernährungstrend, nicht als Diät (i.S.v. "Schonkost", nicht die Abnehm-Diät) betrachten. Nicht auf diejenigen, die es tatsächlich nicht vertragen ... hoffe ich :D

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  4. Für mich war es auch die totale Erleuchtung, als meine Glutensensibilität (endlich!) durchkam, nachdem ich angefangen hatte, mich größtenteils vegan und generell einfach viel gesünder zu ernähren. Da kommen ja interessanterweise erst viele Unverträglichkeiten ans Licht, und seit ich Gluten weglasse, geht es meinem Darm einfach viel, viel besser (ich bin eine Zeit lang mal nachlässig geworden und habe gleich die Auswirkungen bemerkt... also bin ich nun wieder brav^^) - und ich merkte plötzlich, wie gut man sich auch direkt nach dem Essen fühlen konnte :D

    Ich halte es durchaus für sinnvoll, den Glutenkonsum zu reduzieren, auch wenn man nicht direkt eine Unverträglichkeit merkt. Denn viele Auswirkungen auf den Körper kommen gar nicht so deutlich zu Tage oder werden falsch interpretiert, man denke nur an Brain Fog oder dergleichen. Ich kann aber jeden verstehen, der das nicht auf sich nehmen will, da glutenfrei essen aufwendig ist, wenn man nicht schon vorher einen Bezug zu so tollen Sachen wie Buchweizen oder Quinoa hatte, generell nicht selbst kocht oder viel unterwegs isst. Für mich war das mit dem frischen Kochen dann kein großes Problem mehr, auch wenn ich merke, dass auswärts essen vegan & glutenfrei doch sehr einseitig ist, wenn man nicht gerade in einer Studentenstadt lebt :D

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    1. Ja erst wenn man sich mehr mit Ernährung und Gesundheit beschäftigt, wird man sensibler und hört mehr auf sich selber.

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  5. Ich habe auch Hashimoto und meine Schilddrüse ließ sich über ein paar Jahre lang nicht einstellen. Da es ja dem gegenwärtigen Trend entspricht habe ich auch eine glutenfreie Ernährung ein paar Monate lang ausprobiert aber überhaupt keinen Unterschied gemerkt, nur dass es verdammt teuer war. Darum habe ich es dann auch wieder sein lassen. Weder haben sich die Werte verbessert noch mein allgemeines Wohlbefinden.

    Jedenfalls habe ich dann auf eigenen Verdacht hin die Pille abgesetzt und siehe da, ein paar Wochen später bei der nächsten Blutabnahme waren die Werte erstmals normal (mit Medikation) und sind es auch geblieben (ist jetzt ein knappes Dreiviertel Jahr her). Zudem habe ich seitdem auch keine Migräne und andere Symptome mehr was auch einige Leute auf Gluten geschrieben haben.

    Für mich ist das ganze also auch eher mehr Panikmache als sonst was aber einen Versuch ist es natürlich absolut wert um eine Sensibilität auszuschließen. Die Pille liegt für mich als Übeltäter aber näher da sie doch massiv in die Endokrinologie eingreift.

    Und zu den ganzen Symptomen die Gluten zugeschrieben werden wie Brain Fog etc.: Meiner Meinung nach steht da häufig eher etwas anderes dahinter, eher was in die psychische Richtung (ich bin Psychologin, sage das also nicht ohne Fachwissen im Hintergrund), wobei eine bewusstere Ernährung (wer glutenfrei isst verzichtet ja auch eher auf Fertigprodukte weil das Zeug ja überall drin ist) natürlich auch eine Rolle spielt. Gluten ist meiner Ansicht nach also keineswegs automatisch die Schuld zuzuschreiben, man sollte auch andere Auslöser/Ursachen für die Symptome in Betracht ziehen, wobei die Spurensuche natürlich nicht immer leicht ist.

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    1. Ah interessant die Meinung und Erfahrung einer Psychologin zu lesen :) Danke für dein Kommentar!
      Die Pille halte ich für sehr-sehr-sehr ungesund und schädlich. Ich habe selber vor einigen Jahren abgesetzt und es hat ewig gedauert bis sich mein Körper davon erholt hat. 10 Jahre lang den Körper mit Fremdhormonen am Arbeiten hindern und beeinflussen geht nicht einfach so mit wenigen Monaten weg.
      Ja da hast du recht. Wer glutenfrei oder auch getreide/weizenfrei leben will, der isst schon alleine dadurch gesünder, weil er mehr selber kochen und frischer essen "muss".

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    2. Deinen letzten Satz kann ich leider nicht unterstreichen. Ich bin in einer glutenfrei-gruppe in Facebook und ich muss sagen aufgrund der "Einschränkung" in der Lebensmittelwahl stürzen sehr viele sich regelrecht auf Fertiggerichte ohne Gluten. :D Also nur allein getreidefrei zu leben heißt nicht man lebt gesünder, genauso wenig wie man bewusster als Veganer lebt. Wenn man sich nur von Fertigprodukten und Ersatzprodukten lebt ist das auch kein Mehrwert!

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    3. Da hast du leider recht! Es gibt ja auch den lustigen Begriff "Pudding-Vegetarier" für alle veganen, die aber dafür massenhaft Zucker und Fertigprodukte essen.

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    4. Den Begriff kannte ich noch gar nicht :D Muss ich mir merken....

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  6. Ich find den glutenfreien pizzateig vom spar sehr geil

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    1. Ah wusste ich gar nicht, dass Spar glutenfreie Pizza im Angebot hat. Muss ich mal gucken! :)

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  7. Also dieser Schär Pizzaboden finde ich enorm künstlich...ich mach den Boden lieber mit glutenfreien Teig selbst oder mache so einen low carb Brokkoliboden! Wobei ich im moment eh wieder hin und wieder Glutenhaltiges esse!

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    1. Ich bin leider einmal gescheitert beim Pizzateig selber machen und hatte dann keine Lust mehr es zu probieren :D Schande über mich! Sollte mich nochmal dran wagen!

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