Sonntag, 8. März 2015

Ungeplant vegan und roh

Hallo ihr Lieben!

Heute wie versprochen mein Ernährungsupdate. In den letzten Monaten hat sich wieder viel verändert und eigentlich bin ich noch nicht fertig mit optimieren und austesten. Wie viele wissen habe ich seit etlichen Jahren Psoriasis (Schuppenflechten) an den Händen. Herkömmliche Therapien wie Kortison, Bestrahlung und Cremen habe ich schon probiert und helfen nur bedingt, außerdem lindern sie nur das Symptom, jedoch nicht die Ursache!
Wie viele andere Hautkrankheiten hat Psoriasis ein enges Zusammenspiel mit der Verdauung und dem Darm. Kein Wunder: Schuppenflechten ist eine Autoimmunkrankheit und im Darm sitzt nunmal unser Immunsystem, dass bei mir leider verrückt spielt. Neurodermitis ist hier außerdem anders und keine Autoimmunkrankheit, sondern mehr eine Allergie! Dennoch wird auch diese Krankheit neben Stress viel von Ernährung beeinflusst.

Als Gewohnheitsmensch hat es mein Darm (der auch ein Gewohnheitsorgan ist, wie ich jetzt im Buch "Darm mit Charme" von Giulia Enders gelesen habe) leicht mit mir und bekommt fast täglich das selbe. Kleine Varianten im Obstangebot verhindern Langeweile, die bei mir aber eh selten auftritt. Wenn etwas schmeckt, esse ich es gerne öfters. Ich bin da einfach gestrickt ;)


Frühstück:
Ich bin ein totaler Apfelfan! Es gibt wohl keine Obstsorte die ich so perfekt finde: schmeckt immer, vielseitig einsetzbar, praktisch zum Mitnehmen und ich esse mich nie satt daran. Nach dem knackigen Apfel gibts entweder meine vegane Avocadocreme oder einen Chiapudding. Egal was von beidem: Chiasamen sind immer dabei, da sie auch in der Creme enthalten sind.
Den großen bunten Obstsalat darunter gibt es nur am Wochenende als Schlemmerfrühstück. Man muss sich auch mal etwas gönnen ;)


Mittagessen
Nach einigem Rumprobieren hat sich ein Wohlfühlrezept herauskristallisiert, dem ich seit 2 Wochen auch Brennesselsamen hinzufüge (viel Eisen!). Die meisten empfehlen Green Smoothies zum Frühstück, aber da hab ich keine Zeit oder Lust zu mixen. Mittags im Büro ist sehr praktisch und ich kann ihn mega frisch trinken. Ich trinke meist zweimal 1/2 Liter mit etwas Abstand dazwischen, damit das erste große Glas schonmal verdaut werden kann und wieder Platz im Magen ist.


 


Abendessen
Ein glutenfreies Müsli, dass ich von Heike abgeguckt habe und mich frage: wieso nicht schon viel früher ausprobiert?? Es ist unglaublich lecker, liegt trotz Sättigung nicht schwer im Magen und ist so variabel! Anders als sie mag ich es aber lieber mit etwas Mandelmilch, dann lässt sich alles auch leichter vermischen. Ich gebe am liebsten hinein: gepuffter Amaranth, Hirselfocken, Kokosflocken, Äpfel, Heidelbeeren, Mandelmus, Zimt und ein Schuss Mandelmilch.

Aus Versehen vegan und roh?!
Wer aufgepasst hat merkt, dass diese 3 Hauptspeisen alle total tierfrei und noch dazu roh (also ohne Hitze zubereitet) sind. Das war gar nicht geplant und ist mir erst nach einigen Tagen amüsiert aufgefallen. Aber eigentlich sehr praktisch und logisch. Fleisch und Eier sind alle säurebildende Nahrungsmittel, die viel Arachidonsäure enthalten. Arachidonsäure ist entzündungsfördernd, was bei rheumatischen Krankheiten (darunter fallen auch Lupus und Psoriasis) zur Verschlechterung der Symptome führt.
Aber ich ernähre mich NICHT streng vegan. Unter der Woche ist es nur sehr praktisch und lecker. Ich war noch nie ein Fleischtiger und mir reicht ein leckeres Steak am Wochenende aus. Milchprodukte esse ich sowieso schon lange nicht mehr, höchstens ab und zu laktosefreier Ziegel/Schafskäse im Salat oder beim Grillen (gefüllte Zucchini). Ich bin scheinbar nicht laktose- oder glutenintolerant, aber deutlich -empfindlich. Ohne ist mein Bauch viel ruhiger und meine Handflächen sind glatter. Und da nichts zerkocht wird, habe ich auch noch alle intakten Nährstoffe, da Vitamine sehr hitzeempfindlich sind.

Positive Einstellung ist ein Schlüsselpunkt zuvielem! Wenn man mit dem Gedanken "heute MUSS ich laufen gehen" an Sport rangeht, bringt das gar nichts. Es frustriert, macht keinen Spaß und man hört schnell wieder auf. "Heute darf ich endlich wieder laufen gehen, yeah!!" ist da besser und habe ich zum Glück schnell verinnerlicht.
Beim Essen ist es nicht anders. "Ich darf keine Orangen mehr essen" ist echt niederschmetternd und wenn man sich dauernd nur darauf versteift und gedanklich dem Versagtem nachtrauert, schmeckt das gesündere Essen nicht so lecker. Ja ich liebe frisch gepressten Orangensaft, aber er ist wie Dynamit für meine Haut. Ich denk einfach nicht drüber nacht, was ich NICHT essen darf - sondern freue mich über das leckere, gesunde Essen, dass ich DARF - weil es ist lecker und tut mir gut (das selbe kann man mit Käse, Brot, Spagetti usw. machen).

Am Ende meiner Ernährungsreise bin ich noch lange nicht und wenn ich mir die Auflistung so ansehe, brauche ich nochmal eine Portion Gemüse am Abend. Ein weiteres Glas Green Smoothie wäre möglich, oder mit einem Salat?
Ich habe kürzlich vermutet, dass ich auf histaminreiche Lebensmittel schlecht reagiere und habe gerade eine Woche mit histaminarmer Kost hinter mir (musste erstaunlich wenig ändern). Aber ob man nach einer Woche schon ein Ergebnis sehen sollte? Oder ob es der richtige Ansatz ist? Das muss ich noch weiter testen und obwohl es schön wäre endlich einen aussagekräftigen Grund für meine Symptome zu finden, wäre es ärgerlich. Avocados, Spinat und Himbeeren haben viel Histamin :( Obwohl nicht jeder auf alle gleich schlecht reagiert.

Wie ernährt ihr euch? Vegan, vegetarisch, alles-esser?
Habt ihr Unverträglichkeiten und wie kommt ihr damit zurecht?
Seid ihr auch Gewohnheitsesser oder braucht ihr Abwechslung?
Habt ihr schonmal Chiapudding probiert? Wie bereitet ihr ihn am liebsten zu?

Kommentare:

  1. Ich ernähre mich grösstenteils vegan und glutenfrei. Gerade letzteres tat mir unglaublich gut und hat meine Verdauungsprobleme innert Tagen gelöst. Dabei bin ich ebenfalls ein absolutes Gewohnheitstier, habe das aber immer eher negativ gesehen, dank Deinem Input (ich sollte das Darm mit Charme Buch endlich mal lesen) könnte sich daran aber sicher noch was ändern :)

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    1. Ach solange es nicht 3x am Tag das selbe gibt, sondern man hier abwechselt und manchmal eine weitere Obstsorte oder am WE etwas anderes isst, sehe ich hier nichts negatives :)

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    2. Nee, das hätte ich viel zu schnell satt *lach* eher dass sich die Wochentage gleichen. Also dienstags immer a und mittwochs immer b etc.
      Das Wochenende ist viel freier, da das auch meine Cheat-Tage beinhaltet :)

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  2. Hallo :)
    Ich verfolge Deinen Blog schon lange mit Interesse, Deine Foodposts geben mir allerdings zu denken...
    Bei deiner Auflistung fällt mir auf, dass alles recht proteinarm ist. Bekommst Du genug Eiweiß?
    Fette sind auch außerordentlich wichtig fürs Immunsystem, davon hast Du außer Mandelmus und ein wenig in den Flocken nicht viel dabei und recht kalorienarm schein das Ganze auch zu sein. Zumal jetzt ja die Avocadocreme weggefallen ist.

    Das soll bei Gott keine Kritik sein, wenn Du gut zurechtkommst ist alles in Ordnung, allerdings könntest Du Deine Ernährung besser optimieren, wenn Du Dir Deine Makronährstoffe ausrechnest.

    Mikronährstoffe sind jedenfalls sehr viele dabei. :)

    liebe Grüße :)

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    1. Hallo zurück und danke für deine konstruktive Kritik! :)
      Du sprichst einen Punkt an, den ich immer sehr stiefmütterlich behandle. Mit Eiweiß habe ich mich leider noch gar nicht beschäftigt, wobei ich schon oft gelesen habe, dass Chiasamen sehr viel Eiweiß haben. Wäre interessant mit wieviel man den täglichen Bedarf decken kann! Das wird der nächste Punkt sein, den ich noch nachforsche!
      Mandelmus bin ich leider ziemlich verfallen und da wandert immer ein riesiger, überlaufender Esslöffel ins Müsli rein :D
      Ich hab aus Neugier neulich meine üblichen Portionen abgewogen und nachgerechnet und kam auf ca. 1600kcal, wobei hier die Avocadocreme noch aktuell war und ich dazu sagen muss: es bleibt selten NUR bei diesen Speisen. Oft mache ich mir abends noch eine zweite Schüssel Müsli, es gibt unterwegs Amaranthriegel vom DM oder im Jänner öfters Reiswaffeln mit laktosefreiem Ziegenkäse.
      Aber generell bin ich niemand, der an der Untergewichtsgrenze schabt. Eher im Gegenteil. Ich muss verdammt aufpassen und mich sehr anstrengen abzunehmen. Im Februar hab ich trotz der oben vorgestellten Ernährung und einem vorbildlichen Sportprogramm Bauchspeck zugenommen -.- Das frustriert ein bisschen, weil ich eigentlich gerne 3kg weniger hätte (das wäre der Stand von April 2014, seitdem hab ich zugenommen).

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    2. Ich hab diese Samen auch, da müsste eine Frau in unserer Gewichtsklasse (ich geh mal davon aus dass du zwischen 55 und 65kg wiegst) gut 300g pro Tag essen ;)

      Die oben angeführten Lebensmittel kommen (grob überschlagen) vermutlich auf 1000-1200kcal. Da ist Luft nach oben ;)
      Das mit dem Gewicht hat doch auch fast jeder, mir persönlich ist die Zahl auf der Waage jedoch längst nicht mehr so wichtig wie früher. Muskeln wiegen mehr als Fett.
      Unabhängig davon möchte ich noch eines meiner Lieblingszitate in den Raum werfen: "Wer abnehmen will muss essen." (http://fettloeserin.com/2014/08/04/wer-abnehmen-will-muss-essen/#more-596)
      Vielleicht war die Ernährungsumstellung in Verbindung mit dem Sportprogramm auch einfach ein bisschen viel, Fettabbau funktioniert nur bedingt mit Hauruck-Aktionen, da muss man den Körper schon ein wenig austricksen. Refeed-Tage sind dazu eine Möglichkeit ;)

      Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg auf Deinem Weg zur optimierten Ernährung und werde weiterhin interessiert mitlesen :)

      Liebe Grüße

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    3. Ja da hast du völlig recht. Ich wiege mich auch nur halbherzig als Anhaltspunkt und achte mehr auf die tatsächliche Massenverhältnisse. Aber den Unterschied von Muskelgewebe rund um Bauch und speckigen Rettungsring kenne ich :D Er begleitet mich seit fast 30 Jahren :D
      Danke für deine Wünsche und fürs Mitlesen! :)

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  3. Ich bin seit gut 15 Jahren Vegetarierin, ernähre mich aber seit geraumer Zeit größtenteils vegan, hin und wieder esse ich aber gerne mal etwas Käse und andere Milchprodukte (von streng kontrollierten Biosiegeln).
    Ernährung war bei mir schon immer etwas schwierig, ich habe viele Unverträglichkeiten und reagiere häufig mit starken Magenkräpfen und Übelkeit wenn ich etwas "falsches" esse, ich muss regelmäßig zur Magenspiegelung (wg. familiärer Vorerkrankungen), habe auch immer wieder Phasen wo die Gastritis schlimm in den Vordergrund rückt, in diesen akuten Episoden geht es dann leider nicht mehr ohne Medikamente :(
    Mittlerweile habe ich aber so einigermaßen raus was mir gut und was mir gar nicht bekommt, ist ja auch schon mal was ;) z.B. kann ich überhaupt keine Salate in ihrer ursprünglichen Form essen (da klapp ich vor Magenkrämpfen beinahe zusammen), bereite ich mir aber einen grünen Smoothie mit diversen Salat/Obstsorten zu, habe ich (meist) keine Probleme, einfach weil mein Magen weniger Arbeit mit dem Vorverdauen hat.
    Ja alles nicht so einfach ^^

    Chiapudding esse ich sehr gerne, am liebsten mit meiner heißgeliebten Reis-Kokos-Milch und einer Prise Zimt zubreitet, zusätzlich noch ein paar Beeren oben drauf - mjam lecker :D

    Viele Grüße
    Julia

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    1. Wirkliche Unverträglichkeiten müssen schlimm sein. Ich reagiere meist nur empfindlich und bekomme Blähungen oder wenn es mehr als 1 Tag mit Ausnahmen gibt, reagiert eben meine Haut.
      Interessant, dass du zerschretterten Salat viel besser verträgst. Toll, dann entgehen dir die ganzen Nährstoffe wenigstens nicht :)
      Jammi mit Kokosmilch muss ich den Chiapudding erst probieren, stelle ich mir aber super lecker vor!

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  4. Wow, ich bewundere eure (bei dir und bei Heike) Disziplin, was das Essen angeht. Rohvegan hat mich schon immer mal gereizt, aber bisher ist das für mich leider nicht realisierbar...
    Ich hab ziemlich oft mit Magen-Darm-Problemen zu tun, hab grad ne längere Zeit komplett ohne Milch, Eier und Gluten hinter mir und versuche immer noch wenn möglich ganz drauf zu verzichten, weil ich einfach merke, dass es mir ohne besser geht. Fleisch gibts bei uns auch nur sehr selten, bin also schon recht nah an vegan dran. Roh würde ich auch supergern mal ausprobieren, aber ich glaub da würde mein Mann streiken. Wie macht ihr das denn? Macht sich dein Mann sein eigenes Essen oder macht er deine ganze "Spezialernährung" mit?
    Mein größtes Problem ist aber glaube ich das viele Unterwegssein. Veganes Essen zum Mitnehmen geht ja noch, aber glutenfrei find ich da schon eine Herausforderung. Und eigentlich will ich (kann ich bisher aber nicht) weg kommen, von dem teuren gekauften glutenfreien Brot... Noch schwieriger wirds, wenn man bekocht wird und dann entweder immer seine "Sondernahrung" mit hat oder aber die Leute mit Sonderwünschen extrem überfordert...
    Da ich ein abwechslungsliebender Mensch bin, werde ich jetzt glaube ich erst mal anfangen morgens abwechselnd zu Obst-Smoothies, Grüne Smoothies mit ins Programm zu nehmen - habe davon jetzt von soo vielen Seiten begeistert drüber berichten gehört, dass ich das eigentlich schon lange auch ausprobieren möchte.
    Ich bin auf jeden Fall immer begeistert, wenn ich auf euren Blogs Essens-Input und Rezepte find. Zum Reinfinden in eine neue Essens"thematik" bin ich immer dankbar für genaue Anleitungen ;)...
    LG, smiley-annie

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    1. Da wir sehr unterschiedliche Arbeitszeiten haben und ich viel früher heim komme als mein Man, essen wir 90% der Woche sogar zeitlich getrennt. Ich will einfach nicht so spät am Abend essen und außerdem macht sich jeder etwas anderes. Mein Mann isst gerne Suppen, belegte Reiswaffeln oder er holt sich unterwegs etwas. Nur am Wochenende kochen wir gemeinsam, wobei es auch nicht ungewöhnlich ist, dass wir 2 unterschiedliche Gerichte machen. Wieso auch nicht? Muss man das selbe essen, nur weil man am selben Tisch sitzt? Wir haben das auch schon vor der Ernährungsumstellung so gemacht. Dann ist niemand genervt über die Essgewohnheiten des anderen ^^ Und nein ich finde das gar nicht aufwendig. :)

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