Dienstag, 18. November 2014

Diagnose: latente Schilddrüsenunterfunktion

Hallo ihr Lieben!

Wisst ihr noch, dass ich Anfang 2014 mehrmals ein Blutbild hab machen lassen um mögliche Mängel aufzuspüren? Bei dem ersten Test waren meine Schilddrüsenwerte nicht ok und obwohl ein Kontrolltest im Frühling ok war, blieb mein Frauenarzt hartnäckig und gab mir eine Überweisung zur genauen Abklärung. Bis wir nach unserer Hochzeit wieder Zeit für anderes hatten, ich einen Termin bekam und schlussendlich die Befunde da waren, vergingen nochmal einige Monate.
Und ganz ehrlich: ich hatte es nicht eilig, weil ich mir nichts davon erhoffte. Umso überraschter war ich von dem Ergebnis: ich habe eine latente Schilddrüsenunterfunktion! Teils hab ich mich gefreut ENDLICH eine Erklärung für manche Problemchen zu haben. Seit längerem Suche ich nach einem Ansatzpunkt, aber alle Werte und Tests ergaben nur, dass ich pumperlgesund bin. Aber auf eine Schilddrüsenunterfunktion hätt ich nie getippt. Die typischen Anzeichen wie Müdigkeit oder Übergewicht, hatte ich nie - aber wenn man sich genauer mit dem Thema befasst findet man doch einige Aha-Erlebnisse.

Mögliche Symptome einer Unterfunktion:
- Müdigkeits- oder Trägheitsgefühl
- Kältegefühl an Händen, Füßen oder ganz allgemein
- übermäßiges Schlafbedürfnis, sonst kann der Alltag nicht bewältigt werden
- Gewichtszunahme trotz kalorienarmer Ernährung
- rasche Gewichtszunahme
- Gewichtsabnahme kaum oder nur schwer möglich
- Hartleibigkeit, seltener Stuhlgang
- Depression, Antriebsschwäche, Libidoverlust
- morgendliche Kopfschmerzen, die im Laufe des Tages abklingen
- ausgedünnte Augenbrauen im äußeren Drittel
- Haarausfall
- trockene Haut und/oder Kopfhaut
- geistige Trägheit
- sehr langer Zyklus oder das komplette Ausbleiben der Regelblutung

Schwierig bei dieser Liste ist, dass einige auch auf andere Krankheiten oder Mängel hindeuten können. Eisenmangel zeigt sich zB ähnlich und welche Frau denkt sich schon großartig etwas dabei, wenn sie mal etwas friert? Ohne Blutbild und Untersuchung in der Nuklear geht da gar nix.

Nun möchte ich euch berichten wie es mir mit der Therapie und hoffentlich bald normal funktionierender Schilddrüse geht. Verbessert sich etwas, wovon ich dachte es wäre ideal und es ginge mir hier gut? Wie werden meine Haare auf die Umstellung reagieren? Haarausfall? Wachstumsschub? Neuwuchs? Strukturveränderung? Oder bleibt alles beim Alten? Heute daher mein Startpost!

Laborwerte Dezember 2013:
TSH: 4,92 uU/ml (Normwert: 0,4-4,5 / ideal eher: 2)
T3: 0,7 pg/ml (0,6-1,7)
fT4: 1,07 ng/dl (0,7-1,7)

Laborwerte März 2014:
TSH: 1,85 uU/ml (Normwert: 0,4-4,5)
T3: 0,66 pg/ml (0,6-1,8)
fT4: 1,12 ng/dl (0,7-1,7)

Laborwerte Oktober2014:
TSH: 4,38 uU/ml (Normwert: 0,4-4,5 / ideal eher: 2)
fT3: 3,1 pg/ml (2,3-4,2)
fT4: 1,03 ng/dl (0,8-1,7)
Anti-TPO: < 10 lU/ml (0-35)
Tg-AK: 20 lU/ml (0-40)
TRAK: < 0,3 lU/ml (0,0-1,58)
Calcitonin: < 2,0pg/ml (0,0-11,5)
Cal: 2,36 mmol/l (2,12-2,52)
Selen: 7,2 µg (5,0-12,0)
Jod: 33 µg (50-90)

Fazit: eine richtige Unterfunktion ist es (noch?) nicht, aber um die Schilddrüse zu unterstützen und ein Ausbrennen oder Verschlimmerung zu verhindern soll ich die verschriebenen Tabletten nehmen. Wie lange die Werte schon nicht ideal sind (und wieso sie im Frühling kurzfristig ok waren), wissen wir nicht. Vielleicht waren sie schonmal schlimmer und ich konnte mir dank Ernährungsumstellung schon selber helfen? Die Symptome habe ich nicht erst seit einem Jahr sondern seit 10 Jahren oder länger (die Zyklusprobleme wurden erst nach Absetzen der Pille offensichtlich). 

Ausgangssituation November 2014:
Gewicht: hat sich bei ca. 58kg eingependelt, Gewicht halten ist ein ewiger Kampf
Energie: hoch und nicht zu beklagen
Haare: 5cm Zopfumfang, Wachstum ca. 1cm pro Monat. Noch nie wissentlich Haarausfall gehabt, meine Haare waren schon immer feenhaft und ultraglatt.
Zyklus: ewig, unregelmässig und nur kurze Regelblutung

Verschriebenes Medikament und Dosis:
Euthyrox 50mikrogramm pro Tag
Einnahme erfolgt morgens auf nüchternen Magen. Gegessen wird sowieso erst Stunden später (mind. 1/2 Std.).
Einnahmestart: 27.10.2014

Zusatztherapie:
Vitamin D (jetzt im Winter sowieso geplant gewesen, ganz unabhängig von der Schilddrüse)
KEIN Jod! Auch bei einem Mangel ist die Wahrscheinlichkeit einer Verschlimmerung viel höher, eine Besserung eher unwahrscheinlich laut meinen Wissensstand).

Ursachenforschung und Zusammenhänge:
Das sind jetzt nur Spekulationen von mir, aber ich bin überzeugt, dass die jahrelange Einnahme der Anti-Baby-Pille meine Schilddrüse mit Hormonen überflutet und schlussendlich zur Fehlfunktion geführt hat. Meine ebenfalls seit Jahren leicht erhöhten Leberwerte scheinen ebenfalls damit zusammen zu hängen und meine Psoriasis als Autoimmunkrankheit ist nicht unlogisch. Die Schilddrüse hängt eng mit dem Immunsystem und damit auch mit der Verdauung zusammen.
Hier überschneiden sich wieder Kreise und bestätigen mich in meiner Annahme "Gesundheit wird von der Ernährung stark beeinflusst".
Mir ist klar, dass meine Laborwerte usw. ein Luxusproblem sind. Es gibt viel schlimmere Krankheiten oder schlechtere Werte und ich hoffe niemand fühlt sich vor den Kopf gestoßen, aber manche Probleme beeinflussen mein Leben schon sehr arg.
Ich bin auch gerade am Lesen eines sehr interessanten Buches über Schilddrüsenunterfunktion und sobald ich damit durch bin, gibts hier ein eigenes Post mit Leseempfehlung!

Habt ihr selber eine Schilddrüsenerkrankung? Welche Anzeichen hattet ihr?
Wie erging es euch in der Umstellungsphase?
Oder vermutet ihr ein Schilddrüsenproblem und müsst erst abklären?
Hat jemand Behandlungstipps und Insiderratschläge?
Habt ihr euch schon um eure Vitamin-D-Zufuhr im Winter gekümmert?

NACHTRAG WEIL VERGESSEN:
Natürlich haben wir auch eine Sonografie/Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse gemacht. Sie ist jedoch unauffällig und normal.

Kommentare:

  1. Hallo liebe Waldelfe!

    Dein TSH-Wert hat mich ja ehrlich etwas schockiert. Zwei Bekannte/Freundinnen von mir haben Hashimoto und der TSH-Wert klingt deinem recht ähnlich. Solange deine Restwerte aber in Ordnung sind, scheint es ja ok zu sein.
    Was ich weiß, und du sicher auch, ist wohl, dass es mit einem TSH-Wert von über 1 komplizierter wird mit dem schwanger werden. Ob das bei dir zutrifft, weiß ich nicht. Es wäre auf jeden Fall gut, wenn du den Wert drücken könntest. In Deutschland gibt es zwei maximale Richtwerte. 2 und 4,5, wobei ersterer von vernünftigen Ärzten als sinnvoller angesehen wird.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und bin gespannt auf neue Ergebnisse der Euthyrox-Kur.

    Liebe Grüße,
    Thari

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    1. Hallo Thari :)
      Mein Frauenarzt meinte, wäre ich älter und hätte keinen Kinderwunsch, würde er die Werte einfach akzeptieren. Aber als junge Frau sollte er unbedingt niedriger sein. Weil wie du schon sagst eine Schwangerschaft sonst schwierig wird.

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  2. Puh, die Symptomliste ist wirklich schwierig - welche Frau hat nicht öfter kalte Hände oder Füße, und wieviele gesunde Menschen würden "Gewichtsabnahme nur schwer möglich" nicht unterschreiben ... da ist es bei einigen möglichsten Symptomen, gerade den von dir rot markierten, nur schwer zu sagen, ob das tatsächlich von einer Unterfunktion herrührt oder einfach (genetische) Veranlagung ist.
    Da hoffe ich mal, dass nun nicht alle Blogleserinnen mit kalten Füßen jetzt die Selbstdiagnose "Schilddrüsenunterfunktion" stellen :D
    Dir wünsche ich natürlich alles Gute und dass die Tabletten bei dir gut wirken. Meinen Liebsten muss ich immer treten, damit er seine Schilddrüsentabletten regelmäßig nimmt ... gna!

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    1. Ja schlimm, oder? Die Symptome sind sehr leicht austauschbar für andere Problemchen und einige auch bei gesunden Menschen zu finden. Aber selbst wenn ich jetzt 10 Blogleserinnen zu einem Test anrege - vllt sind 2 darunter mit einer unerkannten Unterfunktion? Lieber einmal zu viel testen, als sich jahrelang mit difusen Symptomen rumärgern.
      Wobei wirklich fraglich ist, ob meine Probleme mit der Schilddrüse zusammenhängen. Manche sind vllt normal oder psychisch bedingt. Mal sehen was sich verändert in ein paar Monaten!

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  3. Hey Lenja,
    ich lese schon lange deinen Blog mit, bin aber eher still ;)
    Aber ich habe auch eine Schilddrüsenunterfunktion...
    Du solltest unbedingt noch zur Sonographie gehen, dort war ich letzte Woche und man kann später gut nachvollziehen, wie sich die Krankheit entwickelt und welche Art der Unterfunktion du hast.

    Ich habe einen Großteil der oben aufgeführten Symtome und habe mir nie was dabei gedacht, war dann wegen einer Kleinigkeit bei einer neuen Hausärztin (im Juli) und habe ihr ein wenig von den weiteren Problemchen erzählt und promt ordnete sie (zum Glück) die Tests an.

    Mir geht's seitdem besser, vor allem ist es mir an den Haaren und Nägeln aufgefallen, dass diese kräftiger und gesünder sind und das Gewicht zu halten fällt einfacher, das Abnehmen selbst lief die ersten 3 Monate super aber seitdem halte ich das Gewicht. Auch andere lästige Symtome ( Kopfschmerzen, Verstopfung, Zyklusschwankungen) die ich vorher für völlig normal hielt, sind besser geworden.

    Was mir sehr gut hilft, wenn mal so ein Schub kommt, ist Selen. Einfach morgens, wenn ich merke das irgendetwas nicht stimmt eine Tablette und es geht wieder bergauf.

    Ich hoffe du kommst gut mit der Krankheit klar und unter Umständen ist es ja auch möglich, dass sich deine Schilddrüse wieder normalisiert.

    Ich habe noch eine ganz andere Frage, hast du vielleicht eine Strickanleitung für Calos für mich? Ich finde nur welche in Englisch und die Person die stricken möchte kann kein Englisch und die Einheiten etc. sind da ja auch ganz anders.... Wäre supi.

    Liebe Grüße

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    1. Hallo Taiija!
      Danke für deinen Beitrag und den Tipp zur Sonografie. Ich hab vergessen das im Blogbeitrag zu erwähnen. Natürlich haben wir diese Untersuchung auch gemacht - war jedoch alles ok und auffällig. Ich muss mich nochmal ins Thema hineinlesen und gucken wie man Hashimoto noch erkennt, aber momentan sieht es nicht danach aus. Wobei Autoimmunkrankheiten selten alleine kommen und die Psoriasis hab ich ja schon. Ich hoffe Hashimoto gesellt sich nicht dazu -.-
      Es beruhigt mich, dass es dir nach 3 Monaten besser ging. Ich habe ja gerade erst die 3. Woche hinter mir.

      Wenn du mir eine Email schreibst, schick ich dir die Anleitung für die Calos. Oder du guckst im LHN im Calorimetry-Thread. Da ist die Anleitung auf eine der ersten Seiten verlinkt.

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